Wirtschaft

Half UBS bei Steuerbetrug?: Ermittler schlagen auch in Israel zu

Nicht nur Leipzig hat Ärger mit UBS - in ganz Europa wird gegen die Schweizer Bank ermittelt. Nun auch in Israel: Wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung nimmt die Polizei zwölf Bürger und einen Buchhalter fest.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Schweizer Großbank UBS hat nun auch in Israel mit Vorwürfen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung zu tun. Die israelischen Behörden nahmen einen leitenden UBS-Berater sowie zwölf israelische Bürger mit Konten bei der UBS und einen Buchhalter für kurze Zeit fest, wie die israelische Steuerbehörde mitteilte. Alle 14 seien gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Der UBS-Mitarbeiter war bereits im Juni festgenommen worden. Ein israelisches Gericht erlaubte aber erst jetzt die Veröffentlichung der entsprechenden Informationen. Am Dienstag hatte ein Londoner Gericht entschieden, dass die Stadt Leipzig nicht mehrere hundert Millionen Euro an UBS zahlen muss - dabei ging es um dubiose Deals mit den Kommunalen Wasserwerken.

Unter den nun in Israel Festgenommenen befinden sich nach Angaben der Behörde zwei Personen, die eine Krankenhaus-Kette im Ausland besitzen. Umfangreiche Untersuchungen hätten ergeben, dass Tausende von Israelis Konten bei Schweizer Banken unterhielten, auf denen sich Hunderte von Millionen Euro befänden, erklärte die Steuerbehörde weiter. Es bestehe der Verdacht, dass der weitaus größte Teil des Geldes nicht versteuert worden sei. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen und es sei mit weiteren Festnahmen zu rechnen. UBS war für einen Stellungnahme bislang nicht verfügbar.

Treffen im Luxushotel

Nach Angaben der Behörden versammelte der UBS-Berater seine Kunden in einem Luxushotel in Tel Aviv. Das Treffen sei von Steuerfahndern überwacht worden und am Ende der Veranstaltung seien alle Teilnehmer festgenommen worden. Bei Durchsuchungen im Hotelzimmer des Beraters hätten die Steuerfahnder eine Liste mit Hunderten von Namen von Israelis gefunden worden, die geheime Bankkonten in der Schweiz unterhielten. Auch ein UBS-Büro in Israel sowie andere Örtlichkeiten seien durchsucht worden.

Im Juni war der Chef von UBS Belgien wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor einen Richter vorgeladen worden. Zuvor hatte die Polizei seine Wohnung, die eines Kunden sowie die Bank selbst durchsucht. In Frankreich ermitteln die Behörden gegen die UBS wegen Beihilfe zu Steuerbetrug und Geldwäsche. Der Bank, die alle Vorwürfe kategorisch zurückweist, droht eine Milliardenstrafe. Ende September musste die Bank eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen.

Quelle: n-tv.de

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