Piraeus-Bank findet InvestorEurobank wird verstaatlicht

Griechische Banken kämpfen wegen der Folgen der Schuldenkrise um ihre Eigenständigkeit - mit durchwachsenem Erfolg. Während die Piraeus Bank - immerhin das zweitgrößte Finanzinstitut des Landes - einen portugiesischen Partner und Investor findet, sieht es bei dem Konkurrenten Eurobank düster aus.
Die griechische Piraeus Bank kann voraussichtlich in privater Hand bleiben. Das Geldhaus teilte mit, für 1 Mio. Euro die Griechenland-Aktivitäten des portugiesischen Kreditinstituts Millennium BCP zu kaufen. Im Gegenzug werde BCP 400 Mio. Euro in Piraeus - die zweitgrößte Bank Griechenlands - investieren. Geld, das die Griechen dringend benötigen. Für die Portugiesen bietet der Deal die Möglichkeit, sich aus dem schwierigen Markt zurückzuziehen, auf dem die Kunden nach Jahren der Rezession immer weniger Geld zur Verfügung haben und viele Kredite platzen.
Die Eurobank - trieb dagegen nach eigenen Angaben nicht das nötige Geld für eine Rekapitalisierung auf. Das Institut wandte sich daher für seine Rettung an den heimischen Stabilitätsfonds. Das Geldhaus wird nun vorübergehend verstaatlicht.
Piraeus-Aktionäre atmen auf
Eigentlich sollte die Eurobank mit der griechischen Großbank National Bank zusammengelegt werden. Doch der Plan scheiterte auch wegen Bedenken der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank. Das Schicksal der griechischen Banken ist von großer Bedeutung für die rezessionsgeplagte Wirtschaft, weil sie der Konjunktur per Kreditvergabe auf die Sprünge helfen sollen.
An der Börse legten Piraeus-Aktien knapp 16 Prozent zu. Denn mit der Beteiligung des privaten Geldhauses aus Portugal dürfte eine Verstaatlichung der Griechen vom Tisch sein. Um die Kapitalpolster aufzustocken, will Piraeus neben den 400 Mio. Euro noch knapp 7 Mrd. Euro durch die Ausgabe neuer Aktien einnehmen. Insgesamt müssen mindestens zehn Prozent der geplanten Einnahmen dabei von privaten Unternehmen kommen.