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Milliarden versenkt: Ex-Tycoon Batista muss vor Gericht

Von Jan Gänger

Das Imperium zusammengebrochen, das Milliarden-Vermögen pulverisiert. Nun muss sich Eike Batista wegen Insiderhandels verantworten. Doch der Unternehmer arbeitet bereits an seinem Comeback – und setzt auf Klonen und Potenzmittel.

Er war einst einer der reichsten Männer der Welt und stürzte spektakulär ab: Eike Batista. Von dem üppigen Vermögen des Brasilianers ist nach dem Untergang seines Firmengeflechts um den Ölkonzern OGX kaum etwas übriggeblieben. Hubschrauber, Privatjets und weißer Lamborghini sind verkauft, die Luxusjacht verschrottet. Ab heute steht Batista in Rio de Janeiro vor Gericht.

Der ehemalige Milliardär soll Investoren über den Tisch gezogen haben. Der Vorwurf der Staatsanwälte: Batista habe den Kurs der OGX-Aktie nach oben getrieben, indem er verbreitete, er wolle vor der Küste Brasiliens gigantische Öl- und Gasvorkommen ausbeuten. Nach Ansicht der Ankläger verschwieg er dabei absichtlich, dass das Projekt unwirtschaftlich sei. Als Batista im Juli vergangenen Jahres ankündigte, die Aktivitäten an einigen Bohrlöchern zu stoppen, stürzte der Aktienkurs ab.

Batista soll kurz vorher ein Aktienpaket verkauft haben. Außerdem werfen die Staatsanwälte Batista vor, er habe versprochen, bis zu eine Milliarde Dollar in seine angeschlagene Ölfirma OGX zu stecken. Damit habe er sich nur Zeit erkauft, das Geld sei niemals geflossen.

Batistas Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Die Vorwürfe würden allesamt widerlegt, kündigte Sergio Bermudes an. Im Fall einer Verurteilung droht Batista eine lange Haftstrafe, der Richter stellte zwölf Jahre Gefängnis in Aussicht.

Vollmundige Ankündigung

OGX hatte vergangenes Jahr Konkurs angemeldet. Der Untergang riss das komplette Firmenimperium mit nach unten. 2012 war Batista laut "Forbes" der siebtreichste Mann der Welt, das Magazin bezifferte dessen Vermögen auf rund 35 Milliarden Dollar. Damals kündigte der Brasilianer an, er bis 2015 der reichste Mensch des Planeten zu werden. Daraus wurde allerdings nichts. Glaubt man Batista, dann übersteigen seine Schulden seine Aktiva um etwa eine Milliarde Dollar.

Doch weder das noch die drohende Haftstrafe halten Batista davon ab, Zukunftspläne zu schmieden. Laut "Financial Times" hat er sich mit einem südkoreanischen Pharmakonzern auf ein Joint-Venture im Wert von 12 Millionen Dollar geeinigt. Die Asiaten sind auf Mittel bei Impotenz spezialisiert.

Dem Bericht zufolge soll sich Batista zudem mehrfach mit Hwang Woo-suk getroffen haben, um über die Eröffnung einer Klon-Fabrik in Brasilien zu sprechen. Ende 2005 waren zwei zuvor als bahnbrechend gefeierte Stammzellstudien Hwangs als Fälschungen entlarvt worden. Hwang und sein Team hatten behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. Auch eine Studie über das Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten wurde nachweislich gefälscht. Das Klonen des Hundes "Snuppy" wird von der Wissenschaft allerdings als korrekt anerkannt.

Quelle: n-tv.de

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