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Die Weltraumbahnhof von Wallops-Island wurde schwer beschädigt.
Die Weltraumbahnhof von Wallops-Island wurde schwer beschädigt.(Foto: AP)

Raketen-Unglück in den USA: Explosion könnte Orbital Science ruinieren

Dass das Unternehmen Orbital Science nach dem missglückten Raketenstart in Virginia ein riesiges Problem hat, scheint offensichtlich. Viel muss aufgearbeitet, die Rakete neu konstruiert werden. Das kostet viel Geld - möglicherweise zu viel.

Die Explosion der Antares-Rakete in Virginia hat Menschen auf der ganzen Welt schockiert - nachdem sich der Rauch verzogen hat, wird nun deutlich: Die Betreiberfirma Orbital Science könnte der Crash in die Pleite treiben. Das sagte der ehemalige Austronaut Ulrich Walter, der heute Professor für Raumfahrttechnik an der TU München ist, der "Süddeutschen Zeitung".

Auf n-tv sagte Walter, die Firma habe ihre einzige Startrampe verloren und müsse außerdem die Rakete umkonstruieren. Das koste viel Zeit und Geld. Geld hat Orbital Science bereits durch den Raketencrash verloren: 200 Millionen US-Dollar (circa 159 Millionen Euro) gingen dabei in Rauch auf. Laut "New York Times" trägt der Nasa-Auftrag ein Fünftel zum Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bei. Demnach könnte eine sechsmonatige Verzögerung eines Raketenstarts das Unternehmen weitere 100 Millionen Dollar kosten. Der Börsenkurs sackte bis Mittwochabend (Ortszeit) um 16,8 Prozent auf 25,27 US-Dollar ab.

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Orbital Science schrieb auf seiner Internetseite, dass die Startrampe zumindest teilweise intakt geblieben sei. Die Tanks seien beispielsweise nicht ernsthaft beschädigt worden, heißt es dort. Allerdings werde sich das Ausmaß des Schadens erst in den kommenden Tagen zeigen. Der Leiter der Anlage gab sich optimistisch: "Ich habe keine Zweifel, dass wir stärker zurückkommen als wir vorher waren", sagte Bill Wrobel laut einer Mitteilung der Nasa.

Falsche Motorisierung

Raumfahrt-Professor Walter kritisierte auf n-tv zudem die Motorisierung der Rakete. Diese sei falsch gewählt gewesen. Demnach wurde sie vor 40 Jahren für eine russische Mondrakete gebaut, die nie startete. Die Triebwerke seien zwar leistungsstark, basierten aber auf einer Technik, die schwer zu beherrschen sei. Dabei werde Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrannt. "Wenn Sie so etwas den Russen abkaufen und die Technologie nicht verstehen, dann haben sie tatsächlich ein kleines Problem", sagte er.

Die jahrzehntealten Materialien hätten den Belastungen wohl nicht mehr standgehalten, sagte Walter. Bei der Explosion liefen die Motoren bei 108 Prozent über ihrer Leistungsfähigkeit. Wie Orbital Science meldete, ist die Unglücksursache aber noch immer unklar. Nun wird eine Untersuchung eingeleitet.

Nach der Einstellung des Raumfähren-Programms setzt die Nasa auf private Anbieter, um die ISS zu versorgen. Der Flug am Dienstag sollte der dritte von Orbital Science sein. Neue russische Raketenantriebe dürften für das Unternehmen schwer zu bekommen sein. Wegen der gegenseitigen Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise will Russland keine Motoren mehr liefern.

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Quelle: n-tv.de

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