Wirtschaft
Fiat ist mehr als nur Ferrari: Zum "FCA" gehlren etwa auch Jeep und Dodge.
Fiat ist mehr als nur Ferrari: Zum "FCA" gehlren etwa auch Jeep und Dodge.(Foto: REUTERS)

Kurssprung für Börsenneuling: "FCA" startet an der Wall Street durch

2009 übernimmt Fiat die Kontrolle über Chrysler. Nun geht Konzernchef Marchionne die nächsten Schritte: Der Firmensitz liegt in London, die Aktie wird an der New Yorker Börse zweitgelistet. Der erwartete Absturz bleibt dabei aus.

Amerika wird für Fiat Chrysler immer wichtiger. Nun werden die Aktien des weltweit siebtgrößten Autobauers erstmals an der Wall Street gehandelt. Und das Debüt fällt allen Unkenrufen zum Trotz überraschend positiv aus. Der erste Kurs lag bei 9 Dollar. Nach wenigen Minuten notierten die Papiere sogar bei 9,42 Dollar. Das entspricht einem Plus von mehr als acht Prozent im Vergleich zum letzten Kurs von Freitagabend in Mailand. Experten hatten in dem zuletzt schwierigen Marktumfeld nicht mit größeren Kurs-Zuwächsen gerechnet.

Mit dem Zweitlisting an der Wall Street will der Auto-Hersteller seine Expansionspläne unterstreichen. Konzernchef Sergio Marchionne hat ein klares Ziel: Mehr als die Hälfte der Aktien des fusionierten Konzerns soll künftig in New York gehandelt werden. Bislang sind sie vor allem in Mailand notiert. Doch das Unternehmen will nicht mehr als rein italienisch wahrgenommen werden. Mit dem Gang nach New York sollen die internationalen Ambitionen hervorgehoben werden. "Die Hälfte unseres Auto-Absatzes machen wir in den USA", so Marchionne. "Ich will, dass das ein in den USA gelistetes Unternehmen ist."

Turin, Detroit, London

Fiat hatte bereits 2009 die Kontrolle über Chrysler übernommen, nachdem der traditionsreiche US-Hersteller zuvor in der Weltwirtschaftskrise mit staatlichen Mitteln aufgefangen wurde. Das neue Unternehmen Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ist nun nach niederländischem Recht organisiert, Sitz ist aus steuerlichen Gründen London. Das operative Geschäft wird von Turin und Detroit aus gesteuert. Der Absatz soll sich in den nächsten Jahren auf sieben Millionen Wagen erhöhen, was einem Zuwachs von 60 Prozent entsprechen würde. Der Nettogewinn soll sich bis 2018 verfünffachen - auf dann 5,5 Milliarden Euro.

Der Börsengang in New York wird als ein Schritt auf dem Weg dahin gesehen. "Es ist aber nicht die richtige Zeit, um eine Auto-Aktie irgendwo an den Markt zu bringen", warnt Arndt Ellinghorst vom Londoner Analysehaus ISI. Denn Ford hatte zuletzt eine Gewinnwarnung ausgegeben und der US-Marktführer General Motors (GM) macht derzeit vor allem mit technischen Mängeln und hohen Sonderkosten Schlagzeilen.

"Es wird hart für Marchionne, die Investoren zu überzeugen." Zumal Aktien der beiden US-Platzhirsche immer noch als attraktiver eingeschätzt werden. Fiat Chrysler benötige tendenziell frisches Kapital, während die Bilanz der Opel-Mutter GM und von Ford viel stärker sei und auch Ausschüttungen an die Aktionäre erlaube, so Analyst Stuart Pearson vom der Bank Exane BNP Paribas.

Quelle: n-tv.de

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