Wirtschaft
Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg(Foto: REUTERS)

Milliarden für Zuckerberg: Facebook enthüllt Börsen-Pläne

Der mit Spannung erwartete Börsengang von Facebook nimmt Gestalt an. Schon heute könnte das Unternehmen mit seinen Plänen herausrücken. Der Börsengang wird allerdings kleiner ausfallen als gedacht. Zumindest fürs Erste.

Facebook dürfte am Mittwoch den ersten Schritt auf seinem Weg an die Börse machen, startet allerdings mit angezogener Handbremse. US-Medienberichten zufolge wird im Laufe des Tages die Veröffentlichung des Börsenprospekts erwartet, der die potenziellen Investoren mit den Geschäftszahlen des Unternehmens vertraut macht. Der Börsengang selbst dürfte im späten Frühjahr oder Sommer anstehen.

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In dem Börsenprospekt stehen auch die erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf eines ersten Schwungs an Aktien. Sie fallen mit 5 Mrd. Dollar allerdings geringer aus als erwartet – bislang wurde von einem Volumen in Höhe von 10 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Summe ist aber nicht viel mehr als ein Anhaltspunkt. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und, falls genügend Nachfrage besteht, später den Preis erhöhen.

In einer Liga mit VW

Doch selbst mit 5 Mrd. Dollar wäre Facebook immer noch einer der größten Internet-Börsengänge aller Zeiten. Suchmaschinenprimus Google kam bei seinem Börsengang im Jahr 2004 auf Einnahmen von 1,7 Mrd. Dollar. Zusammen mit den Aktien, die bei den Alteigentümern verblieben, lag die Gesamtbewertung damals bei 23 Mrd. Dollar. Bis heute sind daraus 189 Mrd. Dollar geworden.

US-Medien gingen bislang davon aus, dass Facebook beim Börsengang mit 75 bis 100 Mrd. Dollar bewertet wird. Damit würde der Senkrechtstarter vom Firmenwert her in einer Liga mit dem Autokonzern VW oder dem Industriemulti Siemens spielen.

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Von der Vorlage des Börsenprospekts bis zum eigentlichen Gang an die Börse kann es aber noch Monate dauern. In dieser Zeit wirbt die Facebook-Führung um Gründer Mark Zuckerberg bei Investoren für ihr Unternehmen. Hilfe erhält Zuckerberg dabei von der US-Investmentbank Morgan Stanley; laut US-Medienberichten steht das Wall-Street-Haus endgültig als federführende Bank fest. Unklar ist dem "Wall Street Journal" zufolge allerdings noch die Börse, an der Facebook gelistet wird. Infrage kommen die altehrwürdige New York Stock Exchange und die vergleichsweise junge Technologiebörse Nasdaq.

Der Konkurrenz enteilt

Vor dem Börsengang präsentiert sich Facebook in Bestform. Im Werbegeschäft scheint das von Mark Zuckerberg gegründete Online-Netzwerk gut unterwegs zu sein. Nach Daten des Marktforschers ComScore hat Facebook seinen Anteil an den grafischen Anzeigen im US-Markt im vergangenen Jahr von 21 auf 28 Prozent ausgebaut. Der nächstgrößere Anbieter Yahoo stagnierte bei rund 11 Prozent; Microsoft und Google dümpelten bei unter 5 Prozent.

Facebook ist angesichts seiner inzwischen mehr als 800 Millionen Mitglieder zu einer Macht im Online-Werbegeschäft aufgestiegen. Je öfter und je länger die Nutzer bei dem weltgrößten Sozialen Netzwerk verharren, desto mehr klingelt die Kasse bei Facebook. Trotz Kritik von Datenschützern und Politikern am Umgang mit Nutzerinformationen wächst das Netzwerk weiter schnell. Ein detaillierter Einblick in die Geschäftszahlen bietet aber erst der Börsenprospekt.

Zuckerberg wollte die Kontrolle über sein Unternehmen lange nicht aus der Hand geben. Statt eines Börsengangs sammelte er in mehreren nicht öffentlichen Finanzierungsrunden Geld von großen Investoren ein. Schon heute ist Zuckerberg zumindest auf dem Papier Milliardär. Ihm gehört ein knappes Viertel an Facebook.

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Quelle: n-tv.de

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