Wirtschaft
Facebook: Mehr als einer Milliarde Menschen gefällt das.
Facebook: Mehr als einer Milliarde Menschen gefällt das.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als eine Milliarde Nutzer: Facebook erreicht Rekord

Facebook bricht beim Wachstum alle Rekorde – allerdings nur was die Nutzerzahlen angeht. Mehr als eine Milliarde Menschen sind beim größten sozialen Netzwerk der Welt registriert. Doch die Werbeeinnahmen enttäuschen und der Aktienkurs fällt – das will Facebook-Gründer Zuckerberg bald ändern.

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Facebook hat die Marke von einer Milliarde Nutzer geknackt. "Einer Milliarde Menschen zu helfen, ist unglaublich, es erfüllt einen mit Demut und es ist das, worauf ich mit Abstand am meisten stolz in meinem Leben bin", schrieb Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit einem Eintrag auf seiner Seite. Rein rechnerisch ist damit rund jeder siebte Erdbewohner bei Facebook. Allerdings haben zum Beispiel die gut 1,3 Mrd. Chinesen bisher noch keinen Zugriff auf das Netzwerk.

Facebook überschritt die Milliarden-Marke bereits am 14. September. Seit Juni seien 45 Mio. neue Mitglieder hinzugekommen. Die Marke von 500 Mio. Nutzern hatte Facebook erst im Juli 2010 überschritten, im August 2008 waren es erst 100 Mio. Die meisten Nutzer habe das US-Internetunternehmen in Brasilien, Indien, Indonesien, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Rund 600 Mio. virtuelle Freunde nutzten den Dienst von unterwegs aus.

Aktienkurs enttäuscht auch Zuckerberg

Für Zuckerberg zementiert die Rekordmarke auch die geschäftliche Zukunft von Facebook. "Die Frage für die nächsten fünf oder zehn Jahre wird nicht sein, ob Facebook zwei oder drei Mrd. erreicht", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "Bloomberg Businessweek". "Die größere Frage ist, welche Dienste kann man jetzt aufbauen, da jedes Unternehmen davon ausgehen kann, Zugang zum Wissen darüber zu haben, wer die Freunde von jedem sind." Facebook kämpft gerade darum, die Einnahmen schneller zu steigern, während die Aktie im Keller feststeckt.

Zuckerberg räumte ein, dass die Aktienkurs-Entwicklung "enttäuschend" sei, aber Facebook denke langfristig. "Ich denke, das einzige, was wir machen können, ist, uns darauf zu fokussieren, dass das Unternehmen auf lange Sicht so viel wie möglich wert ist." Die Facebook-Aktie war nach dem verpatzten Börsengang im Mai drastisch abgesackt. Zuletzt war sie mit knapp 22 US-Dollar nur etwas mehr als die Hälfte des Ausgabepreises von 38 US-Dollar wert. Die Nachricht von der Milliarde Nutzer brachte immerhin ein vorbörsliches Plus von knapp zwei Prozent.

Facebook sucht neue Einnahmequellen

Ein Problem für die Finanzen von Facebook sind die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablets aus auf das Netzwerk zugreifen. Ihnen wird bisher kaum Werbung angezeigt - und die Werbeerlöse sind die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle von Facebook. Inzwischen nutzen 600 Mio. Menschen Facebook mit mobilen Geräten, sagte Zuckerberg. Er rechne damit, dass hier in Zukunft das Wachstum liegen werde: "Es gibt auf der Welt fünf Mrd. Menschen mit Telefonen und eine Mrd. Facebook-Nutzer."

Zum Markteintritt in China hielt sich Zuckerberg bedeckt: "Ich hoffe, dass wir das an einem gewissen Punkt machen können, aber das ist eine langfristige Sache. Wir müssen zeigen, dass wir das auf eine Weise machen können, mit der alle glücklich werden, auch wir selbst." Nach bisherigen Medienberichten schiebt Facebook einen Vorstoß in den riesigen Wachstumsmarkt angesichts der politischen Zensur für Internet-Unternehmen in dem kommunistisch regierten Land auf.

Facebook veröffentlichte die Zahlen einen Tag nach der Ankündigung, künftig für Sonderdienste zur Erhöhung der Sichtbarkeit von Seiteneinträgen von seinen US-Mitgliedern Gebühren zu verlangen. Damit wollen sich die Kalifornier unabhängiger von Werbung machen, die noch immer für rund 84 Prozent ihrer Einnahmen steht. Der einst rasante Umsatzzuwachs des Netzwerks hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamt. Investoren und Analysten fordern, dass sich Facebook verstärkt um zusätzliche Einnahmequellen abseits der Reklame bemüht.

Quelle: n-tv.de

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