Wirtschaft
Bernanke bleibt bei seinem eingeschlagenen Weg: Lockere Geldpolitik bis die US-Konjunktur nachhaltig wächst.
Bernanke bleibt bei seinem eingeschlagenen Weg: Lockere Geldpolitik bis die US-Konjunktur nachhaltig wächst.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Konjunktur hängt in den Seilen: Fed flutet weiter

Die US-Konjunktur stottert. Da kann die Fed gar nicht anders, als an ihrer expansiven Geldpolitik festzuhalten. An den Märkten überrascht das nicht, da wiegen die frischen BIP-Daten schon wesentlich schwerer.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht weiter Risiken für die US-Konjunktur und hält deshalb ihre Geldschleusen offen. Man werde daher an ihren Anleihenkäufen in Höhe von 85 Mrd. Dollar pro Monat festhalten, teilte die Notenbank nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Auch die Niedrigzinsen von null bis 0,25 Prozent bleiben wie erwartet unverändert. Kurz vor der Veröffentlichung der Fed-Entscheidung war bekannt geworden, dass die US-Konjunktur im 4. Quartal 2012 beträchtlich eingebrochen war. Die Wirtschaft schrumpfte übers Jahr gerechnet um 0,1 Prozent, statt wie von Experten erwartet um 1,0 bis 1,1 Prozent zu wachsen.

Im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Fed die Notenpresse bereits in den Jahren 2009 und 2010 angeworfen und in mittlerweile drei Runden die Geldmenge in großem Stil ausgeweitet. Die Zentralbankbilanz hat im Januar den Rekordwert von 3 Billionen Dollar erreicht.

"Finanzielles Blutbad"

Ökonomen und Börsianer hatten diese Entscheidung in ihrer großen Mehrheit erwartet. Gegen den Beschluss stimmte die Präsidentin der Reserve Bank von Kansas City, Esther George. Sie war besorgt, dass die "anhaltend lockere Geldpolitik die Risiken für künftige Ungleichgewichte vergrößert". Im Vorfeld hatten sich Beobachter unsicher gezeigt, wie George abstimmen würde.

Zu Jahresbeginn hat es turnusgemäß eine Rotation der regionalen Fed-Präsidenten gegeben, womit der "Superfalke" Jeffrey Lacker sein Stimmrecht verlor. Im vergangenen Jahr hatte der Präsident der Richmond-Fed beständig gegen zusätzliche Anleihenkäufe und gegen das Zinsversprechen gestimmt. "Falken" werden jene Notenbanker genannt, denen der Kampf gegen die Inflation über alles geht und die deshalb tendenziell zu einer straffen Geldpolitik neigen, "Tauben" neigen eher zu lockerer Politik, um das Wachstum anzutreiben.

An den Märkten wird derzeit die Frage heiß debattiert, wie lange die US-Zentralbank noch Staatsanleihen kaufen wird, nachdem ein Sitzungsprotokoll offen gelegt hatte, dass einige Währungshüter das neue Kaufprogramm schon Ende 2013 beenden wollen. Alle Aussagen oder Andeutungen zu den Anleihekäufen treffen bei den Investoren einen Nerv, weil der Anleihenmarkt eine fulminante Rally hingelegt hat und damit anfällig für Korrekturen ist, was unter Umständen auch zu einem "finanziellen Blutbad" führen könnte.

An den Finanzmärkten löste die Veröffentlichung der FOMC-Aussagen keine größeren Reaktionen aus. Die Wall Street blieb im Minus.

Quelle: n-tv.de

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