Wirtschaft
Die Fed will die Finanzmärkte sicherer machen. Das könnte die Deutsche Bank einen Milliardenbetrag kosten.
Die Fed will die Finanzmärkte sicherer machen. Das könnte die Deutsche Bank einen Milliardenbetrag kosten.(Foto: REUTERS)

Deutsche Bank braucht Milliarden: Fed greift Auslandsbanken an

Die US-Notenbank will die Finanzmärkte sicherer machen. Schlupflöcher bei Regulierungen sollen geschlossen, Vorschriften verschärft werden. Das könnte ausländischen Großbanken, die in den USA aktiv sind, Milliardensummen kosten. Die Deutsche Bank gehört dazu.

Europas Großbanken droht teurer Ärger aus den USA. Hintergrund ist der jüngste Regulierungsvorstoß der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Analysten gehen davon aus, dass Häuser wie die Deutsche Bank und Barclays mehrere Milliarden Dollar zusätzliches Kapital vorhalten müssen, sollte die Fed sie tatsächlich zwingen, ihr gesamtes US-Geschäft einer Holdingstruktur nach heimischen Standards zu unterstellen. An diesen Plänen tüftelt die Notenbank derzeit, wie Fed-Gouverneur Daniel Tarullo sagte. In den kommenden Wochen würden Details vorgestellt. Ziel sei es, Schlupflöcher in der Regulierung zu schließen und sicherzustellen, dass für in- und ausländische Institute dieselben Kapitalanforderungen und Sicherheitspuffer gelten.

Die Deutsche Bank hatte die Holdingstruktur für ihr US-Geschäft zu Jahresbeginn verschlankt und eine Ebene herausgenommen. Das Geschäft in den USA sei ausreichend kapitalisiert, hieß es damals. Zu dem aktuellen Vorstoß der Fed äußerte sich der Konzern nicht. Analyst William Davison von Espirito Santo schätzt, dass die Deutsche Bank jetzt noch einmal rund 15 Mrd. Dollar in die sogenannte Taunus-Gesellschaft nachschießen muss.

Finanzsystem muss sicherer werden

"Die ausländischen Banken werden sich genau anschauen müssen, in welchem Verhältnis die Kosten des US-Geschäfts zu den Erträgen stehen", sagte Dan Ryan, Regulierungsexperte bei der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Auch Fed-Mann Tarullo räumte ein, dass auf die ausländischen Institute deutlich höheren Kosten zukommen. Wichtiger sei aber, dass das Finanzsystem insgesamt sicherer werde, wenn die Banken Liquidität und Kapital auf lokaler Basis managten.

Den Konflikt mit den Europäern scheuen die USA in der Bankenregulierung im Moment ohnehin nicht: So haben sie die Einführung der strengeren Eigenkapitalanforderungen (Basel III), die eigentlich weltweit ab Januar 2013 schrittweise in Kraft treten sollten, auf unbestimmte Zeit verschoben.

Quelle: n-tv.de

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