Wirtschaft
Nur ein stimmberechtigtes Mitglied des Zinsausschusses sprach sich für eine Ende der Niedrigzinspolitik aus.
Nur ein stimmberechtigtes Mitglied des Zinsausschusses sprach sich für eine Ende der Niedrigzinspolitik aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Hinweise im Sitzungsprotokoll: Fed hat keine Eile bei Zinswende

Die US-Wirtschaft floriert. Analysten rechnen mit einer baldigen Erhöhung der Leitzinsen durch die Fed. Weit gefehlt - die Zentralbanker wollen die Zinsen noch für geraume Zeit auf Niedrigniveau belassen, wie aus ihrem Sitzungsprotokoll hervorgeht.

Die US-Notenbank Federal Reserve will trotz des Aufschwungs die Zinsen noch geraume Zeit niedrig halten. Nur ein stimmberechtigtes Mitglied des Zinsausschusses (FOMC) sprach sich für das Ende dieses Bekenntnisses aus, wie aus den nun veröffentlichten Protokollen der Notenbank-Sitzung vom Oktober hervorgeht.

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Mehrere Zentralbanker sind zugleich dafür, schon bald näher zu erläutern, in welchem Tempo die geldpolitischen Zügel gestrafft werden könnten. An den Märkten wurde auch nach Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle mit einer Zinserhöhung nicht vor September 2015 gerechnet.

Die Notenbanker diskutierten lebhaft über die eingetrübten Konjunkturperspektiven in Europa, Japan und China und thematisierten auch den derzeit relativ starken Dollar. Viele FOMC-Mitglieder sind jedoch der Meinung, dass der Einfluss dieser Faktoren auf die US-Wirtschaft "ziemlich begrenzt" sei.

Keine Aussagen zu jüngsten Marktturbulenzen

Der Ausschuss verzichtete zugleich darauf, in seiner Erklärung auf die Marktturbulenzen Mitte des vorigen Monats einzugehen. Die Notenbanker wollten damit den Eindruck vermeiden, sie seien in "größerer Sorge, als es tatsächlich der Fall ist".

Die Fed hatte im Oktober entschieden, ihr Ankaufprogramm für Wertpapiere als Konjunkturhilfe auslaufen zu lassen. Mit dem Ende der Geldspritzen wurde die Bilanz nicht mehr ausgeweitet. Die Fed hat sie mit mehreren Programmen zum Ankurbeln der Wirtschaft in den Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise auf mehr als vier Billionen Dollar aufgebläht. Den Leitzins hält sie seit Ende 2008 auf dem rekordniedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Beim Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen will sie sich davon leiten lassen, wie die Konjunkturdaten ausfallen. Die US-Wirtschaft wächst derzeit so kräftig wie kaum ein anderes Industrieland. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Sommer mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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