Wirtschaft
Yellen hat angekündigt, auf Anzeichen einer Überhitzung der Konjunktur mit einer straffen Geldpolitik zu reagieren.
Yellen hat angekündigt, auf Anzeichen einer Überhitzung der Konjunktur mit einer straffen Geldpolitik zu reagieren.(Foto: AP)
Mittwoch, 03. Mai 2017

Weitere Schritte sollen folgen: Fed lässt Leitzins unverändert

Nach der vergangenen Zinserhöhung hatte die US-Notenbank die nächsten Schritte bereits angekündigt. Noch ist es aber nicht soweit. Auch erhoffte Hinweise, wann und wie die Fed ihre Bilanzsumme reduzieren will, gibt es zunächst nicht.

Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins konstant und die Tür für die zweite geldpolitische Straffung in diesem Jahr offen. Sie beließ den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld am Mittwoch in der Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Die Währungshüter machten zugleich deutlich, dass sie die Wachstumsschwäche zu Jahresbeginn für einen Ausrutscher halten. Zudem betonten sie die Stärke des Arbeitsmarkts. Manche Experten werteten diese optimistischen Töne als Signal, dass die Fed für eine Anhebung im Juni Gewehr bei Fuß steht.

Die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen hatten den Zins erst im März angehoben und wollen noch dieses Jahr zwei Mal nachlegen. Die Fed legte sich jetzt jedoch noch nicht fest und griff auf ihre bewährte Formulierung zurück, wonach die Wirtschaftsentwicklung "schrittweise Erhöhungen" erfordere. "Doch die Fed signalisiert auch, dass der mittel- bis langfristige Konjunkturausblick positiv ist", sagt der Ökonom Omer Esiner vom US-Finanzdienstleister Commonwealth Foreign Exchange. "Es wird wahrscheinlich im Juni und womöglich auch im September zu einer Erhöhung kommen."

Vollbeschäftigung erreicht

Die Währungshüter haben ihr Ziel Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,5 Prozent faktisch erreicht. Doch die Wirtschaft hat etwas an Fahrt verloren: In den ersten drei Monaten schaffte sie lediglich ein Plus von aufs Jahr hochgerechnet 0,7 Prozent - so niedrig war das Wachstum seit drei Jahren nicht mehr. Die Fed hält dies für ein vorübergehendes Phänomen und setzt darauf, dass die Konjunktur künftig wieder in "gemäßigtem Tempo" läuft.

US-Präsident Donald Trump, nun bereits seit mehr als 100 Tagen im Amt, will der Konjunktur mit seiner geplanten Steuerreform und Investitionen in Billionenhöhe mehr Schubkraft verleihen. Yellen hat klargestellt, dass sie eine Überhitzung der Konjunktur nicht sehenden Auges zulassen werde und die Fed die geldpolitischen Zügel notfalls noch stärker straffen könnte.

Experten, die auf Hinweise auf den Fahrplan für den geplanten Abbau der Bilanzsumme der Fed gehofft hatten, wurden enttäuscht. Sie hatte im Zuge der zurückliegenden Finanzkrise über den Kauf von Wertpapieren massiv Geld in die Wirtschaft gepumpt. Die Bilanz ist inzwischen 4,5 Billionen Dollar schwer. Nach der Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt und angesichts einer Inflation, die in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent geht, will die Notenbank diesen Berg abtragen. Im März hatten die Währungshüter den Beginn des Abbaus der Bestände an Staatsanleihen und Hypothekenpapieren für den "späteren Jahresverlauf" angekündigt, ohne jedoch Details zum Fahrplan und zur Vorgehensweise zu nennen. Der Prozess dürfte Jahre dauern.

Quelle: n-tv.de

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