Neue Werkzeuge braucht das LandFed schraubt am Ausstieg
Wenn die Wirtschaftserholung gesichert ist, will die US-Notenbank (Fed) so schnell wie möglich die Zeit des "billigen Geldes" beenden. Wann es so weit sein wird, wie und wie schnell der Ausstieg vonstattengehen wird, ist noch ungewiss. Aber schon jetzt werden auf dem Reißbrett entsprechende Finanzinstrumente entwickelt.
Mit der Schaffung eines neuen Instruments zum Abzug von Kapital aus dem Bankensystem soll es den Finanzinstituten ermöglicht werden, Zinsen durch Kredite mit längeren Laufzeiten an die Zentralbank einzunehmen. Die Banken sollen damit ermutigt werden, Mittel bei der Notenbank zu parken. Die soll zum Abzug der umfangreichen Liquidität beitragen, die zur Abwendung der Finanzkrise in die Wirtschaft gepumpt worden ist.
Bereits jetzt zahlt die Fed den Banken Zinsen für Übernachtgeld. Die Höhe der Verzinsung solcher langfristiger Darlehen könnte über eine Auktion oder eine spezielle Formel ermittelt werden, teilte die Fed mit. Ihre Dauer werde unter einem Jahr liegen. Wahrscheinlich dürfte es auf ein bis sechs Monate hinauslaufen. Die Marktteilnehmer haben einen Monat Zeit, sich zu dem Vorschlag zu äußern.
"Der Vorschlag ist Teil eines Prozesses der umsichtigen Planung der Federal Reserve und hat keine Auswirkungen auf die mittelfristigen geldpolitischen Entscheidungen", gab die Fed in einer Mitteilung bekannt. Im Kampf gegen die schlimmste Finanzkrise seit der Großen Depression hat die Fed eine Reihe von Notmaßnahmen ergriffen, die zu einem Anstieg der ausstehenden Kredite an das Bankensystem auf knapp 2,2 Bill. US-Dollar geführt haben. Diese Schritte haben Ängste vor einer hohen Inflation ausgelöst, da die Abschöpfung solcher Reserven zum richtigen Zeitpunkt als entscheidend betrachtet wird, um einen beschleunigten Preisauftrieb zu verhindern.
Trotz der Erholung der US-Wirtschaft hatte die Fed Mitte Dezember erklärt, an ihrer Nullzinspolitik zunächst festzuhalten. Die US-Notenbank hatte ähnlich wie andere Zentralbanken auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Leitzins massiv gesenkt und Wertpapiere aufgekauft, um das Finanzsystem und die Wirtschaft mit Geld zu fluten. Die Fed will früheren Angaben zufolge das Ankaufprogramm für hypothekenbesicherte Papiere im Volumen von 1,25 Bill. US-Dollar im März wie geplant auslaufen lassen. Das Tempo der Ankäufe soll zudem rechtzeitig gedrosselt werden, um eine weiche Landung sicherzustellen. Auch andere unkonventionelle Maßnahmen zur Stützung der lahmenden Konjunktur sollen wie geplant bald auslaufen.