Wirtschaft
Neun von zwölf Fed-Distrikten meldeten ein kleines oder moderates Wachstum.
Neun von zwölf Fed-Distrikten meldeten ein kleines oder moderates Wachstum.(Foto: REUTERS)

Positive Aussichten im "Beige Book": Fed sieht US-Wirtschaft moderat wachsen

Wann kommt die Zinswende in den USA? Das aktuelle "Beige Book" nährt Hoffnungen, dass Fed-Chefin Yellen die Billiggeld-Ära noch in diesem Jahr beenden könnte. Die US-Wirtschaft wächst, ein bisschen. Doch in manchen Bereichen gibt es weiter Probleme.

Die US-Wirtschaft setzt nach Einschätzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve ihren Wachstumskurs auf kleiner Flamme fort. Die Wirtschaftsaktivität habe von Mitte August bis Anfang Oktober leicht zugelegt, erklärte die Fed in ihrem Konjunkturbericht, der in der Fachwelt "Beige Book" genannt wird.

Das produzierende Gewerbe entwickelte sich gemäß dem Konjunkturbericht unterschiedlich, insgesamt jedoch schwächer. Bremsende Faktoren waren die Unsicherheit im Energiesektor sowie der starke Wettbewerb aus China. Der starke Dollar bremste zudem den Tourismus in New York, Minneapolis und Dallas. Die US-Unternehmer seien insgesamt aber optimistisch, was den kurzfristigen Ausblick angehe. Neun von zwölf Fed-Distrikten meldeten ein kleines oder moderates Wachstum für die Berichtsperiode. In der Zeit davor waren es allerdings elf von zwölf gewesen. Aus einigen Bezirken lägen zudem Meldungen über einen Mangel an vor allem qualifizierten Arbeitskräften vor.

Billig-Geld trotz Wachstums

Die US-Wirtschaft war insbesondere dank einer robusten Binnenkonjunktur von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 3,9 Prozent gewachsen. Dennoch hatte Fed-Chefin Janet Yellen Mitte September die Ära des billigen Geldes noch nicht beendet. Vor allem wegen der Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft ließ die Notenbank den Leitzins unverändert. Yellen stellte eine Erhöhung noch in diesem Jahr in Aussicht, sollte die Inflation stabil bleiben und die US Wirtschaft stark genug sein, einen Zinsschritt zu verkraften.

Doch wegen zuletzt schwacher US-Konjunkturdaten gibt es an den Finanzmärkten Zweifel, ob Yellen dies tatsächlich noch 2015 wagen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren. Die Fed hält die Zinsen bereits seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Der Bericht basiert auf Umfragen in allen zwölf Fed-Distrikten. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung auf die nächste Zinsentscheidung am 27. und 28. Oktober. Vor geldpolitischen Entscheidungen führen die regionalen Dependancen breit angelegte Umfragen unter den Wirtschaftsakteuren des Landes durch, um ein Bild von der Konjunkturentwicklung zu erhalten.

Quelle: n-tv.de

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