Wirtschaft

JP Morgan bekommt ÄrgerFed untersucht Zocker-Bank

15.05.2012, 07:44 Uhr
jpm
Lobby im JP Morgan-Hauptquartier (Foto: REUTERS)

Dem mächtigsten Finanzinstitut der USA geht es an den Kragen: Die US-Notenbank untersucht den durch riskante Geschäfte zustande gekommenen Milliardenverlust von JP Morgan. Haben die Einbußen Auswirkungen auf das Risikomanagement? Erinnerungen an die Finanzkrise 2008 werden wach.

Nach dem spektakulären Handelsverlust bei JP Morgan Chase nimmt sich die US-Notenbank Federal Reserve dem Geschäftsgebaren vom mächtigsten US-Geldinstitut an. Die Fed prüft, ob das Geldhaus an anderer Stelle vergleichbare Risiken eingeht. Zudem wolle die Fed feststellen, ob die Einbußen Folgen für das Risikomanagement der Bank hätten, sagte eine Notenbank-Sprecherin. Zugleich betonte sie, dass JP Morgan in einem Stresstest-Szenario noch größere Verluste verkraftet hätte.

JP Morgan hatte mit hochriskanten Wetten mindestens 2 Mrd. Dollar verloren. Der Fall hat die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen. Einem Insider zufolge sollen Vertreter der wichtigsten US-Regulierungsbehörden zusammenkommen, um über finale Formulierungen bei der sogenannten Volcker-Regel zu beraten. Bei dem regulär angesetzten Termin solle es um mögliche Konsequenzen aus dem Handelsskandal gehen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

Ab dem 21. Juli dürfen US-Banken und Institute mit US-amerikanischen Töchtern nicht mehr mit eigenem Geld zocken. Die Volcker-Regel - benannt nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker - soll verhindern, dass die Geldhäuser wie vor der Finanzkrise 2008 massiv Risiken anhäufen. US-Präsident Barack Obama erklärte, der Skandal belege die Notwendigkeit der Wall-Street-Reformen.

Unterdessen erklärte eine Anwaltskanzlei, sie habe bei einem Gericht in Manhattan eine Klage gegen JP Morgan und mehrere Vertreter der Bank wegen des Handelsverlustes und den Auswirkungen auf den Aktienkurs eingereicht.

Köpfe rollen

Die Bank selbst hatte bereits personelle Konsequenzen gezogen: Nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen entschied Ina Drew entschieden, das Geldhaus zu verlassen. Ihr Abgang war erwartet worden - und es dürften weitere folgen.

Drew leitete seit 2005 das sogenannte Chief Investment Office. Händler dieser Sparte hatten binnen sechs Wochen die Milliardensumme verzockt und damit die Reputation des Kreditinstituts schwer beschädigt. Drew wurde vorgeworfen, die drohende Gefahr nicht erkannt zu haben.

Quelle: ntv.de, dpa/DJ