Wirtschaft
An der Commerzbank ist noch der Bund beteiligt.
An der Commerzbank ist noch der Bund beteiligt.(Foto: picture alliance / dpa)

Commerzbank besonders betroffen: Fitch stuft Bankenratings herunter

Fitch hat eine Massenherabstufung von Banken bereits angekündigt, werden doch systemrelevante Banken nicht in jedem Fall gerettet. Bei der Commerzbank schlägt die Ratingagentur ordentlich zu - gleich um vier Notenstufen geht's abwärts.

Die Rating-Agentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit zahlreicher Banken weltweit herabgestuft. Hintergrund ist die geringere Bereitschaft vieler Staaten, Banken im Krisenfall zu stützen. Mit der Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen wie dem Abwicklungsmechanismus für Banken in der EU hat die Agentur ihre Methodik geändert. Sie rechnet "ab sofort weniger staatliche Unterstützung in die Ratings mit ein".

In Deutschland sind alle Banken betroffen, die unter direkter Aufsicht der EZB stehen, auch Sparkassen und Landesbanken sowie der genossenschaftliche Sektor. Das langfristige Kreditausfallrating der Commerzbank traf es am deutlichsten. Es wurde von "A+" auf "BBB" herabgestuft und damit um vier Stufen. Damit liegt die Bank nur zwei Stufen vom Ramschstatus entfernt. Der Rating-Ausblick für den Dax-Konzern wurde indes von bisher "negativ" auf "positiv" angehoben.

Für die Bereitschaft von Staaten, angeschlagene Banken zu retten, hatten die Institute in der Vergangenheit einen Bonus zusätzlich zu ihrem eigentlichen Kreditrating, dem Stand-Alone-Rating, erhalten. Bei der Commerzbank hatte Fitch bisher die meiste Unterstützung eingerechnet - auch, weil die Bundesregierung noch immer Anteile an der Bank hält. Entsprechend fiel das Rating bei der Commerzbank auch vergleichsweise stark.

Deutsche Bank nun bei "A"

Das Rating der Deutschen Bank wurde um eine Stufe von "A+" auf "A" gesenkt, der Ausblick bleibt "negativ". Im Rahmen der Bankenregulierung müssen die Institute ihre Bilanzen stärken und mehr Eigenkapital vorhalten, um in Krisen widerstandsfähig zu werden. So hat die Deutsche Bank etwa im Juni 2014 rund 8,5 Milliarden Euro bei einer Kapitalerhöhung eingenommen. Fortschritte bei der Bilanzstärkung seien ebenfalls in das neue Rating eingeflossen, schreibt Fitch.

Bei der Aareal Bank wurde das Rating von "A-" auf "BBB" herabgestuft, das entspricht einer Stufe. Der Ratingausblick ist von "negativ" auf "stabil" gestiegen. Bei den staatlichen Banken wurden das sogenannte Support Rating (SR) und der Support Rating Floor (SRF) zurückgenommen. Der SRF ist sozusagen die Untergrenze, unter die das Rating wegen der bisher angenommenen staatlichen Unterstützung nicht fallen kann. Da diese nun fehlt, entfällt auch die Untergrenze und damit das Rating.

Das Rating für die Pfandbriefbank wurde ebenfalls gesenkt, wird aber nicht weiter fortgeführt - wie Fitch schreibt, aus geschäftlichen Gründen. In der Sprache der Rating-Agenturen steht das für einen ausgelaufenen Vertrag zwischen Bank und Rating-Agentur.

Quelle: n-tv.de

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