Wirtschaft

Bafin lockert Regelung: Flüchtlinge können leichter Konten eröffnen

Jeder hat das Recht auf ein Basiskonto. Doch um Geldwäsche zu unterbinden, muss man dafür einen Identitätsnachweis erfüllen. Für Flüchtlinge werden die Hürden nun abgesenkt.

Flüchtlinge sollen in Deutschland leichter Bankkonten eröffnen können. Die Finanzaufsicht Bafin senkt die Anforderungen an den Identitätsnachweis, den die Zuwanderer vorlegen müssen, um ein Konto zu erhalten. "Wir werden den Banken gestatten, ein breiteres Spektrum von Dokumenten bei der Konto-Eröffnung zu akzeptieren", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld.

Ein Bankkonto ist Voraussetzung für viele Dinge - nun sollen Flüchtlinge dieses leichter eröffnen können.
Ein Bankkonto ist Voraussetzung für viele Dinge - nun sollen Flüchtlinge dieses leichter eröffnen können.(Foto: dpa-tmn)

Für Banken und deren Aufseher ist die Regelung ein Spagat: Sie müssen zugleich das EU-Recht auf ein Basiskonto umsetzen und die Geldwäsche-Vorschriften beachten, wie Hufeld erläuterte. In Deutschland werden in diesem Jahr bis zu 800.000 Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und vom Balkan erwartet. Viele von ihnen haben keine Ausweisdokumente oder diese auf der Flucht vernichtet.

Bis zu einer gesetzlichen Regelung sollen die Banken nun alternativ auch Identitätsnachweise für die Kontoeröffnung anerkennen, die von den Ausländerbehörden ausgestellt werden und ein Foto des Kunden enthalten. Die Banken müssen die auf diese Weise eröffneten Konten laut dem Bafin-Schreiben besonders kontrollieren, damit keine Geldwäsche damit betrieben wird.

Moralische Pflicht

Für die meisten Flüchtlinge sind die Sparkassen der erste Anlaufpunkt. "Das sind unsere Kunden und unsere Mitbürger von morgen", sagte Alexander von Schmettow, Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). "Sie wollten nach Deutschland kommen und werden für Jahre, wenn nicht für ihr ganzes Leben hier bleiben." Sie zu bedienen, sei für die Sparkassen auch eine moralische Pflicht. "Sparkassen sind nicht gewinnorientiert, und wir würden das auch tun, wenn wir damit Verluste schreiben würden. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das der Fall ist."

Wolfgang Göb von der Sparkasse Fulda sagte, die Filialen hätten mit dem Zulauf von Flüchtlingen zu kämpfen. Die Zahl der Konto-Eröffnungen sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen und habe einige Sparkassen an die Belastbarkeitsgrenze geführt. "Das mögen nicht die lukrativsten Kunden für eine Bank sein. Aber ich bin voll überzeugt, dass wir das machen müssen", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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