Wirtschaft
In Brasilien werden Zika-Kranke behandelt.
In Brasilien werden Zika-Kranke behandelt.(Foto: AP)

Folgen des Zika-Virus: Flugtourismus bricht ein

Den ausgesprochenen Gesundheitsnotstand wegen Zika nehmen sich viele Menschen zu Herzen. Das merkt nun auch die Tourismus-Branche: immer weniger Menschen buchen Flüge nach Lateinamerika und die Karibik. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm.

In Lateinamerika und in der Karibik grassiert das Zika-Virus. Das wissen auch die Touristen und reagieren dementsprechend: Weltweit haben Menschen auf die Warnungen vor dem Zika-Virus reagiert und weniger Flüge in die betroffenen Regionen gebucht. Zwischen 15. Januar und 10. Februar seien die Flugbestellungen um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, teilte die Reisedatenfirma ForwardKeys mit.

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Am 15. Januar hatte die Behörde für Krankheitskontrolle in den USA einen Reisehinweis erteilt. In den zehn Tagen nach dem Ausrufen des weltweiten Gesundheitsnotstandes am 1. Februar durch die WHO sind die Flugbuchungen laut der Firma um zehn Prozent eingebrochen. Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar und damit noch vor den Reisewarnungen waren insgesamt fast noch fünf Prozent mehr Flüge nach Lateinamerika und die Karibik geordert worden.

Zuvor hatte die Weltbank bereits eine Schätzung bekannt gegeben, welche wirtschaftlichen Folgen die Epidemie haben könnte: Demzufolge schätzt die Institution, dass der Kampf gegen das Zika-Virus und seine Folgen in Lateinamerika und der Karibik voraussichtlich 3,5 Milliarden Dollar (3,15 Milliarden Euro) kosten wird. Sollte das Virus nicht bald gestoppt werden, könnte es sogar noch teurer werden, schätzen die Experten. Einen entsprechenden Bericht veröffentlichte die Weltbank bereits am Donnerstag.

Weltbank hilft mit 150 Millionen Dollar

Besonders die karibischen Länder, die in hohem Maße auf Touristen angewiesen sind, könnte dies treffen. "Unsere Analyse unterstreicht, wie wichtig es ist, schnell zu handeln, um das Zika-Virus zu stoppen und die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Regionen zu erhalten", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong. Die Weltbank selbst hilft derzeit mit Leistungen im Wert von 150 Millionen Dollar.

Das vorwiegend von Mücken übertragene Zika-Virus breitet sich derzeit in Süd- und Mittelamerika aus. Besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien. Der Erreger führt bei etwa einem Fünftel der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Zika gilt allerdings als gefährlich für Schwangere, da sie das Virus auf ihre ungeborenen Kinder übertragen können. Der Erreger steht im Verdacht, bei den Babys Mikrozephalie auszulösen, eine gefährliche Fehlbildung des Kopfes. Einen Impfstoff gegen den Erreger und ein Medikament zur gezielten Behandlung gibt es bislang nicht.

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Quelle: n-tv.de

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