Wirtschaft
(Foto: Foodwatch)

"Dreisteste Werbelüge": Foodwatch prangert Alete-Trinkmahlzeit an

Sie fördern Karies und führen zu Überfütterung: Trinkmahlzeiten für Babys. Die Verbraucherorganisation Foodwatch zeichnet Nestlés "Alete Mahlzeit zum Trinken" daher nun aus - mit dem Negativpreis "Goldener Windbeutel".

Für die "dreisteste Werbelüge" des Jahres hat die Nestlé-Marke Alete den Negativpreis "Goldener Windbeutel 2014" bekommen. Bei einer Online-Abstimmung der Verbraucherorganisation Foodwatch stimmten die Verbraucher mit großem Abstand für die "Alete Mahlzeit zum Trinken" für Kinder im Alter ab zehn Monaten, wie Foodwatch mitteilte.

Foodwatch kritisierte, Nestlé empfehle sein Produkt als vollwertige Mahlzeit für Säuglinge und erwecke den Eindruck, es sei besonders gesund. Bereits seit Jahren forderten aber Kinderärzte einen Vermarktungsstopp von Trinkmahlzeiten, da diese Karies förderten und zu Überfütterung führten. Nestlé solle daher das Produkt vom Markt nehmen.

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"Kalorienreiche Trinkmahlzeiten sind für Säuglinge völlig ungeeignet", erklärte Oliver Huizinga, Foodwatch-Experte für Lebensmittelwerbung. Nestlé solle aufhören, "Profit auf Kosten der Gesundheit von Babys zu machen".

Fünf Kandidaten in der Auswahl

Foodwatch hatte insgesamt fünf Kandidaten für den Preis nominiert, darunter auch Produkte der Firmen Coca-Cola, Mondelez, Coop und Unilever. An der einmonatigen Online-Abstimmung beteiligte sich nach Angaben der Organisation eine Rekordzahl von 158.000 Verbrauchern. Auf die Alete Trinkmahlzeiten entfielen 45,8 Prozent der Stimmen.

Auf dem zweiten Platz mit 25,2 Prozent landete die hühnerfleischfreie "Hühnersuppe" von Knorr (Unilever), auf Platz drei Coca-Colas "Glacéau Vitaminwater", bei dem es sich laut Foodwatch um "billiges Wasser, aufgepeppt mit Aromen, Farbstoffen und überflüssigen Vitaminzusätzen" handelt. Den vierten Platz erreichte der "Belvita Frühstückskeks" der Firma Mondelez (ehemals Kraft), weil er trotz seines hohen Zuckergehalts als empfehlenswertes Frühstück beworben werde.

Der mit 2,9 Prozent der Stimmen fünftplatzierte Lebensmittelkonzern Coop hatte bereits während der Wahl angekündigt, seinen Bio-Apfelsaft der Marke "Unser Norden" künftig tatsächlich nur noch mit Äpfeln aus Norddeutschland zu produzieren.

Alete lehnt Preis ab

Bei der Übergabe des "Goldenen Windbeutels" am Deutschland-Sitz des Nestlé-Konzerns in Frankfurt am Main lehnte Alete den Preis ab. Die Alete-Mahlzeiten zum Trinken seien ein praktischer Milchgetreidebrei für unterwegs und entsprächen zu hundert Prozent den gesetzlichen Vorgaben für Babyprodukte, erklärte das Unternehmen. Entsprechend der Empfehlung von Kinderärzten werde auf der Packung darauf hingewiesen, dass die Trinkmahlzeiten "ausdrücklich nicht für das Nuckeln aus dem Fläschchen geeignet" seien, sondern für die Fütterung aus einer Trinklerntasse empfohlen würden.

Nestlé hatte erst am Montag mitgeteilt, seine Babynahrungsmarken Alete und Milasan zum 1. Januar 2015 an eine deutsche Beteiligungsfirma und einen privaten Investor zu verkaufen.

Quelle: n-tv.de

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