Wirtschaft
Trauer und Entsetzen bei den Ford-Mitarbeitern in Genk.
Trauer und Entsetzen bei den Ford-Mitarbeitern in Genk.(Foto: AP)

Opfer der Absatz-Krise: Ford macht Belgien-Werk dicht

Es ist ein schwerer Tag für die Beschäftigten in Europas Autoindustrie: Erst verkünden Opel und Peugeot eine Allianz – mit offenen Konsequenzen für die Belegschaft. Nun gibt Ford die Schließung eines Werks in Belgien bekannt. Den kriselnden Autobauern droht eine schmerzhafte Konsolidierung.

Der US-Autobauer Ford will sein Werk im belgischen Genk schließen. Die Europa-Direktion gab bekannt, die Fabrik mit rund 4300 Beschäftigten nach Ablauf des aktuellen Produktionszyklus im Jahr 2014 stilllegen zu wollen. Gleichzeitig wurden die Beschäftigten in der flämischen Stadt auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung informiert. Die Schließungspläne könnten dazu führen, dass das Ford-Werk im saarländischen Saarlouis künftig eine neue Produktionslinie bekomme, hieß es in der Mitteilung. Demnach würde die Fertigung der Modelle Ford C-Max und Grand C-Max aus dem spanischen Valencia ins Saarland verlegt, wenn die Produktion aus Genk nach Valencia verlegt würde.

In Genk werden die Modelle Ford Mondeo, S-Max und Galaxy gefertigt. Das Werk ist aber nicht ausgelastet. Mit den Zulieferern hängen von dem Werk rund 10.500 Arbeitsplätze ab. Es ist damit der wichtigste Arbeitgeber in der Region. Vor rund zwei Jahren war in Flandern das Opel-Werk in Antwerpen geschlossen worden. "Der Plan würde helfen, die Überkapazitäten anzugehen, die aus einem Rückgang der Nachfrage der gesamten Fahrzeugindustrie von mehr als 20 Prozent in Westeuropa seit 2007 resultieren", erklärte der Europa-Chef des US-Unternehmens, Stephen Odell.. Für den zweitgrößten US-Autobauer arbeiten derzeit in Europa rund 66.000 Mitarbeiter, die meisten von ihnen sind in Deutschland angestellt.

Wegen Auto-Krise droht auch bei Opel Jobabbau

Ende September hatte Ford bereits angekündigt, an seinen europäischen Standorten hunderte Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Demnach sollte der Stellenabbau vor allem durch normale Fluktuation und den Abbau von Leiharbeit erfolgen. Außerdem werde ein Abfindungsprogramm aufgelegt. Ziel sei das freiwillige Ausscheiden "einiger hundert Mitarbeiter". Durch die Einsparungen solle eine "größere Effizienz in allen Bereichen" des Europageschäfts erzielt werden, erklärte Ford damals.

Nicht nur Ford, sondern auch Opel und der französische Peugeot-Konzern kämpfen mit der Absatz-Flaute im Zuge der Euro-Krise. Die beiden Unternehmen haben deswegen eine weitreichende Kooperation angekündigt. Künftig wollen Opel und PSA Peugeot Citroen gemeinsam vier Fahrzeugmodelle produzieren sowie Material und Teile im Wert von 125 Mrd. US-Dollar einkaufen. Damit sind Kostenreduktionen von zwei Mrd. Dollar geplant. Welche Folgen die Allianz für die Beschäftigten hat, ist unklar. Seit langem wird über Standortsschließungen oder einen Verkauf von Opel spekuliert. Bislang hat das GM-Management nur bis 2014 eine Garantie für die deutschen Werke abgegeben.

Quelle: n-tv.de

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