Wirtschaft
Ist die virtuelle Währung am Ende?
Ist die virtuelle Währung am Ende?(Foto: imago/Christian Ohde)

500 Millionen Euro in Bitcoin verschwunden: Forscher zweifeln Angaben von MtGox an

Von Roland Peters

Während eines Kurshöhenfluges stoppt die Bitcoin-Börse MtGox Anfang Februar weltweit die Auszahlungen an seine Kunden, meldet hunderte Millionen Euro als gestohlen und dann Insolvenz an. Jetzt sagen Forscher: Unmöglich, es können höchstens 280.000 Euro gewesen sein. Und 500 Millionen fehlen.

Die Bitcoin-Börse MtGox ist pleite - hat aber womöglich wesentlich geringere Verluste wegen eines technischen Fehlers gemacht, als das Unternehmen bisher angab. Dies legt eine Studie nahe, die zwei Informatiker der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich vorab veröffentlicht haben.

Ein Bitcoin wurde bei MtGox Anfang Februar für fast 1000 US-Dollar gehandelt. MtGox-Inhaber Mark Kapeles stoppte kurze Zeit später die Auszahlungen an die Kunden. Als Grund gab das Unternehmen einen groß angelegten, konzertierten Diebstahl an, der wegen des sogenannten Malleability Bugs möglich gewesen sein soll. Am 28. Februar stellte die Seite am Firmensitz in Japan einen Antrag auf Gläubigerschutz.

Beunruhigendes Fazit

MtGox hatte angegeben, dass 850.000 Bitcoins gestohlen wurden, umgerechnet waren das etwa 620 Millionen Euro. Dem widersprechen nun die Forscher. Sie hatten bereits seit Januar 2013 Transaktionsdaten sammeln lassen und kommen zu dem Schluss, dass es lediglich bei rund 1811 Bitcoins vor dem Stopp der MtGox-Auszahlungen Manipulationsversuche gab - und davon nicht alle erfolgreich waren. "Deshalb können bei MtGox und anderen Börsen nur 386 Bitcoins gestohlen worden sein", heißt es im Fazit der Analyse. Das sind etwa 280.000 Euro Verlust.

Der Schluss der beiden Informatiker: "Selbst wenn alle Angriffe auf MtGox zielten, muss MtGox den Verbleib von 849.600 Bitcoins erklären", so die Forscher weiter.

Nachdem Börsenchef Karpeles Anfang Februar den externen Handel gestoppt hatte, meldete das Unternehmen in Japan und den USA Insolvenz an. Inzwischen sind zwar rund 200.000 Bitcoins auf vergessenen Konten gefunden worden, hieß es von der virtuellen Börse vor ein paar Tagen. Bleiben allerdings 649.600 Bitcoins, die nicht mehr auffindbar sind - zum Zeitpunkt des Verschwindens waren das rund 500 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de

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