Wirtschaft
Foxconn beschäftigt in China 1,2 Millionen Menschen.
Foxconn beschäftigt in China 1,2 Millionen Menschen.(Foto: REUTERS)

"Praktikanten wieder zur Schule": Foxconn beschäftigt 14-Jährige

Schon wieder steht der taiwanische Produzent des iPhones in der Kritik: Foxconn räumt ein, in einem chinesischen Werk minderjährige Praktikanten für sich arbeiten zu lassen. Das ist in China verboten. Das Unternehmen gelobt Besserung und will die Jugendlichen wieder in die Schule schicken.

Chart

Die Serie von Skandalen rund um den taiwanischen Apple-Zulieferer Foxconn reißt nicht ab: Das Unternehmen, das auch für andere namhafte Technologiekonzerne Geräte produziert, musste einräumen, in einer Fabrik im Osten Chinas Minderjährige beschäftigt zu haben. Diese standen einem Sprecher zufolge im Rahmen eines Praktikumsprogramms mehrere Wochen lang an den Fließbändern des Werks.

Foxconn reagierte mit dem Eingeständnis auf Vorwürfe der in den USA ansässigen Nichtregierungsorganisation China Labor Watch, die von chinesischen Medien aufgegriffen worden waren. Eine Untersuchung habe ergeben, dass in der Fabrik in der Provinz Shandong drei Wochen lang Praktikanten im Alter von 14 bis 16 Jahren tätig gewesen seien, erklärte Foxconn. Die Jugendlichen seien an den Fließbändern der Fabrik im Einsatz gewesen.

In China liegt das Mindestalter für Beschäftigte bei 16 Jahren. Der Einsatz der Minderjährigen sei nicht nur ein Verstoß gegen chinesisches Arbeitsrecht, sondern auch gegen die Foxconn-Regeln, erklärte der Konzern. Es seien deshalb "umgehend" Maßnahmen ergriffen worden, um "diese Praktikanten" zurück in die Schule zu schicken. Es gebe aber keine Beweise dafür, dass es auch in anderen Foxconn-Fabriken in China Verstöße gegeben habe.

Billige, willkommene Arbeitskräfte

Foxconn beschäftigt in China nach eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Menschen, davon etwa drei Prozent Praktikanten. Diese Zahl hält der Sprecher der Organisation China Labour Bulletin, Geoffrey Crothall, allerdings für viel zu niedrig. Praktikanten seien eine "billige und willkommene Arbeitskraft", sagte er.

Die chinesische Regierung untersagt es Berufsschulen zwar, Schülern in ihrem ersten Jahr - wenn die meisten laut China Labour Bulletin 15 Jahre alt sind - einen Praktikumsplatz zu vermitteln. Diese Vorschrift werde aber häufig verletzt, heißt es in einem Bericht der Organisation, der vor wenigen Monaten veröffentlicht worden war.

Bilderserie

Foxconn ist der weltgrößte Hersteller von Computerteilen und produziert Teile für Unternehmen wie Apple, Sony, Intel und Nokia. Der Konzern steht aber seit Jahren wegen seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik. Im Jahr 2010 hatte es eine Reihe von Selbstmorden von Angestellten gegeben, die Aktivisten mit den Zuständen in den Fabriken in Verbindung brachten. Kürzlich geriet das Unternehmen durch zwei Streiks tausender Arbeiter wieder in die Schlagzeilen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen