Wirtschaft
Frankreichs Wirtschaft hat Probleme. Die Eurozone damit auch?
Frankreichs Wirtschaft hat Probleme. Die Eurozone damit auch?(Foto: picture alliance / dpa)

Klare Worte von BGA-Präsident Börner: "Frankreich gefährdet den Euro"

Frankreichs Regierung schaut optimistisch in die nahe Zukunft. Zu optimistisch kritisieren unabhängige Experten. Dabei muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schleunigst raus aus der "Abwärtsspirale", warnt der BGA.

Handelspräsident Anton Börner erwartet weitere Krisen und stellt Frankreich dabei ein katastrophales Zeugnis aus. "Europa muss sich auf jahrzehntelange Auseinandersetzungen und weitere Krisen einstellen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) auf dem Unternehmertag seiner Organisation. Ein Wiederaufflammen der Euro-Krise könne sich Europa nicht leisten. Insgesamt müsse sich die deutsche Wirtschaft auf schwierige Zeiten einstellen.

Kritik übte Börner vor allem an der Finanzpolitik Frankreichs. "Insbesondere der Bundesregierung kommt die undankbare Aufgabe zu, unsere französischen Freunde weiter zu Reformen aufzurufen", ergänzte er. "Wenn das Land nicht aus dem Abwärtsstrudel herausfindet, ist der Euro und damit Europa in Gefahr."

Forderungen nach einer Aufweichung der Euro-Stabilitätskriterien dürften nicht nachgeben werden. Auch Frankreich müsse Reformen dringend anpacken, si der BGA-Präsident. Frankreich ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Frankreich zu optimistisch?

Frankreich erwartet in den kommenden Jahren einen leichten Anstieg seiner Wirtschaftskraft. Nach dem jüngsten Haushaltsentwurf für das kommende Jahr geht die Regierung 2015 von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus. Im laufenden Jahr werden magere 0,4 Prozent erwartet.

Den von der sozialistischen Regierung erarbeiteten Etatentwurf kritisierten unabhängige Fachleute angesichts der Konjunkturlage als optimistisch. In den Folgejahren soll der Wert nach Berechnungen von Finanzminister Michel Sapin dann jeweils etwas stärker um 1,7 (2016) und 1,9 (2017) Prozent steigen. Die Wachstumsvorhersage gehe aber von einem raschen und dauerhaften Neustart wirtschaftlicher Aktivitäten aus, "die von den jüngsten konjunkturellen Indikatoren nicht angekündigt werden", kritisierte das unabhängige Beratergremium des Rechnungshofes das Szenario der Regierung. Die Experten, die die Glaubwürdigkeit eines Etatentwurfs prüfen, sprachen auch von Unabwägbarkeiten, darunter die Entwicklung des internationalen Umfeldes und die der Binnennachfrage.

Die Neuverschuldung wird für nächstes Jahr bei 4,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) liegen. 2016 erwartet die Regierung 3,8 Prozent. Erst 2017 soll das Defizit mit dann 2,8 Prozent wieder unter der EU-Grenze von 3 Prozent bleiben. Frankreich hatte bereits zwei zusätzliche Jahre Zeit bekommen, um diese Marke zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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