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Jahresstart verstolpert: Fußball-WM soll Adidas auf die Beine helfen

Adidas-Chef Hainer hat zur Zeit einen schweren Stand: Der starke Euro verhagelt dem Sportartikelhersteller gehörig die Bilanz. An ihrer Jahresprognose halten die Herzogenauracher trotzdem fest. Die Hoffnungen ruhen auf der Fußball-WM in Brasilien.

Schwache Auslandswährungen und Probleme im Golf-Geschäft haben die Gewinne von Adidas zum Jahresauftakt noch stärker einbrechen lassen als erwartet. Die Jahresprognose bekräftigten die Herzogenauracher dennoch.

Eines der großen Probleme von Adidas bleibt der starke Euro. Dieser frisst vor allem das hohe Wachstum in den Schwellenländern Europas und Lateinamerikas auf. Außerdem hat die Dynamik in China spürbar nachgelassen. Im ersten Quartal sank der Umsatz daher um knapp sechs Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz stabil geblieben. Einem dynamischen Einzelhandelsgeschäft mit zweistelligen Wachstumsraten sowohl bei Adidas als auch bei Reebok stand ein Rückgang im Großhandelssegment gegenüber.

WM-Geschäft beginnt erst

Adidas-Chef Hainer hat zur Zeit einen schweren Stand.
Adidas-Chef Hainer hat zur Zeit einen schweren Stand.(Foto: picture alliance / dpa)

Neben der Schwäche vieler Währungen im Vergleich zum Euro wirkten sich auch Verschiebungen von Produkteinführungen negativ aus, auch der Verkauf der Fußball-Produkte rund um die WM läuft erst später richtig an. In diesem Monat will Adidas, der offizieller Ausrüster des Großereignisses ist, zur großen Marketingoffensive blasen. Vor allem durch die im Sommer stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft erhofft sich der Sportartikelhersteller einen Schub.

Auch wichtige Neueinführungen der Golf-Sparte TaylorMade sind erst im zweiten Quartal zu erwarten. Adidas hat den Produktzyklus nach hinten verschoben, um dann mit neuen Produkten auf den Markt zu kommen, wenn die Golfsaison richtig ins Laufen kommt. Aus diesem Grund nahm der Umsatz der Golfsparte in den ersten drei Monaten auch währungsbereinigt zweistellig ab.

Ebenfalls schwach entwickelte sich die US-Schuhmarke Rockport, die auch währungsbereinigt einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Insidern zufolge will sich Adidas von der Marke trennen, die sie im Zuge der Reebok-Akquisition mit übernommen hatte.

Gewinneinbruch stärker als erwartet

Auch die Ergebnisseite wurde durch negative Währungseffekte belastet. Die Rohertragsmarge, eine wichtige Kennziffer wie profitabel das Unternehmen arbeitet, sank um einen Prozentpunkt auf 49,1 Prozent. Das Betriebsergebnis nahm um fast ein Drittel auf 303 Millionen Euro ab. Netto verdiente Adidas 204 Millionen Euro, das sind mehr als 100 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Ergebniszahlen lagen dabei unter den Erwartungen der Analysten.

Trotzdem bestätigte das Unternehmen den Ausblick für 2014. Der Umsatz soll währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Negative Währungseffekte dürften die Adidas-Ergebnisse allerdings auch weiterhin belasten. Die Rohertragsmarge soll sich leicht auf 49,5 bis 49,8 Prozent verbessern. Das Nettoergebnis auf 830 Millionen bis 930 Millionen Euro zunehmen.

Putsch gegen Adidas-Chef

"Obwohl Währungen und deren Auswirkung auf unsere Ergebnisse weiterhin unser Sorgenkind bleiben, erwarte ich eine starke Performance im zweiten Quartal", sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer. Hainer steht vor der Hauptversammlung gehörig unter Druck. Adidas-Aktionär Union Investment will bei der Hauptversammlung am Donnerstag gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen.

Quelle: n-tv.de

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