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Datum noch nicht genannt: GDL kündigt neue Streiks an

Die Lokführer wollen wieder streiken. Die große Frage, wann es so weit ist, beantworten sie aber noch nicht. Es droht der längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn.

Die Lokführergewerkschaft GDL will erneut streiken. Sie nannte aber am Nachmittag nach einer Sitzung ihrer Spitzengremien in Frankfurt kein Datum. "Die GDL wird darüber rechtzeitig informieren", hieß es lediglich. Da die Lokführer bisher Streiks immer mindestens einen Tag vor deren Beginn ankündigte, dürften diese noch nicht am Dienstag beginnen. Der letzte Streik vor rund zwei Wochen hatte 60 Stunden gedauert. Es droht nun der längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn.

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GDL-Chef Claus Weselsky zeigte sich mit dem jüngsten Vorschlag der Bahn zur Lösung des Tarifkonflikts unzufrieden. Die Annahme hätte für einen Teil der GDL-Mitglieder den Verzicht auf das Streikrecht bedeutet, fügte er hinzu.

Nach mehreren Gesprächen habe es in dem festgefahrenen Konflikt erneut keine Lösung gegeben, hatte die Bahn zuvor mitgeteilt. Die Spitze der Lokführer-Gewerkschaft GDL habe vor Unterzeichnung einer Vereinbarung die Gespräche mit der Bahn "völlig überraschend platzen lassen".

Die GDL-Spitze und Vertreter des Unternehmens trafen sich laut Bahn in den vergangenen Tagen drei Mal. In den insgesamt mehr als zehnstündigen Gesprächen sei ein neues Verfahren entwickelt worden, mit dem die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter erhalten sollte. Gleichzeitig sollte mit der Regelung die Kollision von zwei unterschiedlichen Tarifverträgen für eine Berufsgruppe vermieden werden. Auf Wunsch der GDL sei der Vorschlag aufgenommen worden, künftig parallele Verhandlungen von EVG und GDL zur selben Zeit zu führen.

"So verhält sich kein verlässlicher Verhandlungspartner"

Das Ergebnis der Gespräche war laut Unternehmen der Entwurf eines Tarifvertrages. Er sollte am Sonntagabend in Berlin abschließend beraten und vereinbart werden. Noch am Sonntagmorgen habe es "keinerlei Zweifel" an einer greifbar nahen Lösung gegeben. Am Abend sei dann nach einer Sitzung der GDL-Tarifkommission "die Rolle rückwärts" gekommen. "Eine gute Zukunftslösung ist erneut an reinen Machtfragen gescheitert. So verhält sich kein verlässlicher Verhandlungspartner", kritisierte am Montag DB-Personalvorstand Ulrich Weber.

Seit Monaten köchelt der Streit zwischen der Bahn und der GDL. Die Gewerkschaft will für alle ihre Mitglieder einen Tarifvertrag aushandeln, also auch für Berufsgruppen jenseits der Lokführer. Diese Berufsgruppen werden jedoch auch von der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG vertreten, und die Bahn will verschiedene Tarifverträge für die gleiche Arbeit vermeiden.

Die GDL hatte den Bahnverkehr Mitte Oktober mit einem 50-stündigen Streik weitgehend lahm gelegt, danach eine Streikpause für zwei Wochen angekündigt. Diese Unterbrechung ist nun ausgelaufen. Berichten zufolge diskutieren die Gremien der Gewerkschaft seit Sonntagnachmittag das weitere Vorgehen. Offenbar ist dabei ein 91-stündiger Streik eine Option.

Quelle: n-tv.de

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