RettungsankerGM setzt auf Asien
Nach seiner Insolvenz will sich der US-Autoriese General Motors in Zukunft verstärkt dem asiatischen Markt zuwenden. Allein in Chinai hat GM seinen Absatz im Mai um 75 Prozent gesteigert.
Nach seiner Insolvenz will der US-Autoriese General Motors in Zukunft verstärkt auf den asiatischen Markt setzen. Während in den USA zahlreiche Werke geschlossen würden, müsse in China innerhalb der kommenden fünf Jahre voraussichtlich ein neues Werk gebaut werden, sagte der Chef von GM China, Kevin Wale. Nur so könne das Ziel erreicht werden, auf dem weltweit größten Automarkt zwei Mio. Fahrzeuge zu verkaufen.
Allein im Mai habe GM seinen Absatz in China um 75 Prozent gesteigert, fügte Wale hinzu. Wenn sich dieses "phänomenale Wachstum" in diesem Monat fortsetze, müsse GM sein Ziel, seinen Absatz im Gesamtjahr um bis zu zehn Prozent zu steigern, heraufsetzen. Im Mai hatte GM in China 156.000 Autos verkauft.
Auch bei anderen Pressekonferenzen im asiatisch-pazifischen Raum äußerten sich GM-Manager optimistisch. Mit geringeren Fertigungskosten repräsentiere die Region einen Teil des neuen Konzerns, hieß es. GM soll in zwei bis drei Monaten verschlankt und weitgehend entschuldet aus dem Gläubigerschutz hervorgehen.
Keine Finanzspritzen nötig
"Wir sind sicher: Wir sind Teil der neuen GM", sagte der Chef der australischen GM, Mark Reuss. In Australien, wo GM 6000 Beschäftigte hat, würden keine Arbeitsplätze gestrichen.
GM hatte bereits bekannt gegeben, dass für das Asien-Geschäft keine Finanzspritzen von der Unternehmensführung in den USA nötig seien, auch wenn es finanzielle Probleme in einigen Ländern wie etwa Südkorea und Thailand gebe.
Baldige Entscheidung zum Hummer
GM hatte am Pfingstmontag Antrag auf Gläubigerschutz eingereicht. Der Autogigant will sich gut 100 Jahre nach seiner Gründung in der Insolvenz neu strukturieren. Elf Werke in den USA sollen geschlossen werden, Tausende der 92.000 Stellen in den USA fallen dabei weg. Zudem will der einst größte Autobauer einzelne Marken abstoßen oder einstellen.
Wale sagte weiter, in Kürze werde es eine Mitteilung zum Verkauf der Marke Hummer geben. GM bietet die Geländewagen-Marke seit fast einem Jahr an. Die Fahrzeuge verbrauchen viel Treibstoff und treffen in der Wirtschaftskrise immer weniger das Interesse der Kunden.