Wirtschaft

Investoren wollen einsteigen: Geldspritzen sollen Alitalia aufhübschen

Der Verwaltungsrat von Alitalia beschließt eine Kapitalerhöhung im Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Zudem wollen ausländische Investoren die angeschlagenen Airline mit Geld unterstützen. Der Schuldenstand bei Alitalia beläuft sich bei fast einer Milliarde Euro.

(Foto: dpa)

Die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia kann auf finanzielle Hilfe aus Russland, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten hoffen. Investoren aus diesen Ländern hätten ihr Interesse signalisiert, sagte ein Verwaltungsratsmitglied nach einer Krisensitzung des Führungsgremiums. Bei dem Treffen sei auch eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen Euro beschlossen worden, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Insiderinformationen zufolge hatte der neue Konzernchef Gabriele Del Torchio ursprünglich die doppelte Summe angepeilt. Er wolle die Airline mit frischen Geldspritzen attraktiver für einen Partner machen.

Del Torchio will den Kreisen zufolge insgesamt 400 Millionen Euro auftreiben, zum Teil auch über neue Kredite. Für diese Pläne habe er sich im Verwaltungsrat Rückendeckung verschaffen wollen. Dabei war er allerdings offenbar nicht ganz erfolgreich. Die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore" zitierte Industrieminister Flavio Zanonato mit den Worten, Italien arbeite derzeit mit Banken an einer vorübergehenden Finanzierung für Alitalia. Ziel sei es, die Fluggesellschaft liquide zu halten und sie zugleich für die Partnersuche zu stärken.

Von der Börse genommen

Italien hofft, dass sich Großaktionär Air France-KLM noch stärker bei Alitalia engagiert. Seit dem Einstieg der französisch-niederländischen Fluggesellschaft im Jahr 2009 hält diese 25 Prozent der Anteile. Der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte sich vor wenigen Tagen offen dafür gezeigt, dass Air France-KLM auf bis zu 50 Prozent aufstockt. Wie aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, votierten die Franzosen gegen die Kabitalerhöhung.

Alitalia stand 2008 kurz vor dem Bankrott und wurde später von einer italienischen Investorengruppe von der Börse genommen. Im ersten Halbjahr wurde nach Unternehmensangaben ein Nettoverlust von 294 Millionen Euro eingeflogen, nach einem Verlust von 201 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Schuldenstand belief sich demnach Ende Juni auf 946 Millionen Euro, der Barmittelbestand liege bei 128 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de

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