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Ein Germanwings-Flugzeug ist wegen Gasgeruch wieder auf den Flughafen Köln/Bonn zurückgekehrt.
Ein Germanwings-Flugzeug ist wegen Gasgeruch wieder auf den Flughafen Köln/Bonn zurückgekehrt.(Foto: picture alliance / dpa)

Chlorgeruch in der Kabine: Germanwings-Flieger muss notlanden

Wegen Chlorgeruch in der Kabine kehrt ein Germanwings-Flugzeug kurz nach dem Start um. Schon 2010 soll laut Medienberichten ein Flieger der Lufthansa-Billigtochter wegen Gasen im Cockpit beinahe gecrasht sein. Doch Germanwings hat den Vorfall womöglich heruntergespielt.

Wegen Chlorgeruchs an Bord ist am Freitagmittag eine Maschine der Fluggesellschaft Germanwings rund 30 Minuten nach dem Start wieder zum Flughafen Köln/Bonn zurückgekehrt. Der Pilot habe sich vorsichtshalber für die Landung entschieden, nachdem einzelne Passagiere und Besatzungsmitglieder von dem "chlorähnlichen Geruch" berichtet hätten, teilte Germanwings mit.

Im Cockpit war der Geruch demnach nicht wahrnehmbar. Die Maschine mit 127 Passagieren an Bord war auf dem Weg in die irische Hauptstadt Dublin. Für sie wollte die  Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren.

Die Landung sei problemlos verlaufen, teilte Germanwings mit. Auf Bitten der Feuerwehr seien die Passagiere gebeten worden, ihr Handgepäck zurückzulassen, damit es untersucht werden könne. Die Untersuchung des Flugzeugs durch Techniker sei bisher ergebnislos verlaufen und dauere an.

Mehrere Notlandungen von Billigfliegern

Allen Passagieren  wurde am Flughafen ärztliche Hilfe angeboten. Drei Mitglieder der Kabinenbesatzung hätten sich vorsorglich und auf eigenen Wunsch zur Untersuchung ins Krankenhaus begeben. Der Flughafen Köln/Bonn schloss sich der Darstellung von Germanwings an.

Laut Medienberichten hat es am 20. Dezember 2010 bereits einen ähnlichen Zwischenfall an Bord eines Germanwings-Flugzeugs gegeben. Beim Landeanflug auf Köln/Bonn sollen beide Piloten nach Recherchen von "Welt" und NDR Info beinahe das Bewusstsein verloren haben, nachdem ein süßlicher Geruch im Cockpit ausgeströmt sei. Die Insassen des Flugzeugs wären damit wohl nur knapp einer Katastrophe entronnen, hieß es.

Germanwings habe die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) zwar bereits am Tag des Vorfalls informiert, heißt es in den Berichten. Allerdings sei die Meldung so dass die dramatische Lage nicht klar geworden sei. Die BFU nahm daher erst 2011 die Untersuchungen auf, im September 2012 gelangte der Vorfall dann an die Öffentlichkeit. Auch beim Billigflieger Ryanair hatte es in Herbst 2012 mehrere Notlandungen gegeben.

Brennendes Triebwerk bei Iberia

Auch bei einem Iberia-Flugzeug ist es am Freitag zu einem bedenklichen Zwischenfall gekommen. Eine brennende Turbine zwang einen Airbus A 320 von Iberia nach wenigen Minuten in der Luft zur Rückkehr auf den Frankfurter Flughafen. Der Pilot habe wegen des Triebwerkausfalls eine Notlage gemeldet, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS). Zusammen mit dem Tower wurden laut dem Flughafenbetreiber Fraport entschieden, dass das Flugzeug sofort wieder landet. Passagiere wurden bei dem Manöver nicht verletzt.

"Der Start war um 12.42, die Landung um 12.46 Uhr", sagte ein Fraport-Sprecher. Bei einer sogenannten Sicherheitslandung stehe auch immer die Feuerwehr bereit. Diese musste aber nicht eingreifen, erklärte der Sprecher. Als der Airbus auf dem Boden war, sei kein Feuer zu sehen gewesen. Die Experten der Deutschen Flugsicherung vermuten, dass die internen Löschsysteme des Flugzeugs den Brand gelöscht haben. Die Ursache für die technischen Probleme war zunächst nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de

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