Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Bewegung im Rohstoffsektor: Glencore will Kupfermine verkaufen

Die sich aufhellende Konjunktur in China, die einen höheren Bedarf an Rohstoffen nach sich zieht, lässt Glencore Xstrata handeln. Der Schweizer Rohstoffriese plant den Verkauf der Kupfer- und Goldmine Frieda River in Papua-Neuguinea. Dieser würde Milliarden in die Kasse spülen.

Glencore Xstrata wird sich wahrscheinlich von einem großen Rohstoffvorkommen in Asien trennen. Der erst vor kurzem entstandene Rohstoffgigant verhandle mit der australischen PanAust über den Verkauf seines Mehrheitsanteils an dem Kupfer- und Goldprojekt Frieda River in Papua-Neuguinea, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Glencore hält 82 Prozent an dem noch nicht erschlossenen Vorkommen. Die Kosten für das Projekt bezifferte Glencore jüngst auf 5,6 Milliarden US-Dollar. Die Gespräche seien ein Hinweis darauf, dass wieder Bewegung in den Rohstoffsektor kommt, nachdem sich die Wirtschaftsaussichten für China aufgehellt haben, hieß es weiter. Das Land ist der wichtigste Abnehmer von Industrierohstoffen wie Kupfer.

Am Donnerstag hatte die südafrikanische Gold Fields den Erwerb von drei australischen Minen vom kanadischen Wettbewerber Barrick Gold für rund 300 Millionen US-Dollar vereinbart. Wochen zuvor fand Rio Tinto einen Abnehmer für ihren Kontrollanteil an der Northparkes-Kupfer- und Goldmine in Australien. Ein chinesischer Konzern zahlt dafür rund 820 Millionen Dollar.

Frieda River von Xstrata geerbt

Die in Brisbane ansässige PanAust kennt sich im Bergbau in den verarmten Ländern Südostasiens aus. Dort mangelt es an Infrastruktur und Facharbeitern. Die Gesellschaft gewinnt in Laos Kupfer und Gold und steht für rund 30 Prozent der Exporte des Landes.

Im Halbjahresbericht legte sie ihr Expansionsbestreben dar. Die Gesellschaft "bewertet weiter potenzielle Akquisitionsmöglichkeiten, die das bestehende Portfolio ... ergänzen", hieß es. PanAust hat einen Marktwert von rund 1,42 Milliarden Australischen Dollar (1,28 Milliarden US-Dollar).

Glencore hatte Frieda River im Zuge der Fusion mit der Xstrata geerbt. Das Unternehmen hatte signalisiert, dass es mehr an aktiven Minen interessiert ist. Die Produkte können über den konzerneigenen Vertrieb abgesetzt werden.

Die im schweizerischen Baar ansässige Glencore Xstrata will Investoren am 10. September über die Fortschritte bei der Straffung der Aktivitäten und die Verschlankung der Projektpipeline informieren. Vorstandschef Ivan Glasenberg wollte sich diese Woche nicht dazu äußern, ob nach Überprüfung der Aktivitäten Vermögenswerte verkauft werden.

Frieda River ist laut Glencore eines der größten unerschlossenen Kupfer- und Goldvorkommen in der Region Asien-Pazifik. Der Konzern schätzt die Förderung auf 204.000 Tonnen Kupfer und 305.000 Feinunzen Gold jährlich bei einer Betriebsdauer von rund 20 Jahren.

Quelle: n-tv.de

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