Wirtschaft

100.000.000.000.000 Dollar: Globale Schulden explodieren

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat bedenkliche Folgen: Seit der Lehman-Pleite ist der globale Schuldenberg noch einmal um über 40 Prozent gewachsen. Das Vertrauen der Banken untereinander wurde dabei zusehends kleiner.

Angesichts der Schuldenberge wird der Ruf nach einer Zwangsabgabe für Sparer in Europa lauter.
Angesichts der Schuldenberge wird der Ruf nach einer Zwangsabgabe für Sparer in Europa lauter.(Foto: picture alliance / dpa)

Seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise türmen sich die weltweiten Schuldenberge nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) noch mal deutlich höher. Mitte des vergangenen Jahres habe das Volumen aller im Umlauf befindlichen Schuldtitel schätzungsweise 100 Billionen US-Dollar (72 Billionen Euro) betragen, geht aus dem Quartalsbericht der Dachorganisation der Notenbanken hervor. Zum Vergleich: Vor der Lehman-Pleite 2008 hatte der Schuldenberg laut BIZ-Schätzungen im Jahr 2007 "nur" ein Volumen von etwa 70 Billionen Dollar erreicht.

Nach der Finanzkrise hätten Staaten und Unternehmen in großem Umfang Anleihen ausgegeben, erklärten die BIZ-Experten den starken Anstieg der Verschuldung. Hintergrund waren in erster Linie Konjunkturprogramme und Geldspritzen für Bankenrettungen. Den Bestand der staatlichen Schuldtitel beziffert die BIZ bis Mitte Juni 2013 auf 43 Billionen Dollar. Dies seien etwa 80 Prozent mehr staatliche Schulden weltweit als Mitte 2007. In den Jahren 2007 bis 2013 hätten sich Unternehmensanleihen in ähnlichem Tempo ausgeweitet.

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Die Experten beobachten darüber hinaus eine weitere Entwicklung: Im Vergleich zu früheren Jahren werden die meisten Anleihen nun von heimischen Gläubigern gehalten. "Dies deutet darauf hin, dass die Globalisierung der Portfolios nach der Krise zum Teil rückgängig gemacht wurde", kommentierten die BIZ-Experten.

Bankensektor wird nationaler

Auch der Bankensektor wird nach Einschätzung der "Zentralbank der Zentralbanken" aus Basel zunehmend nationaler. Die Finanzinstitute vertrauten sich über die Grenzen hinweg immer weniger und würden auch weniger Kredite im Ausland vergeben. Die grenzüberschreitenden Forderungen der Finanzinstitute sind im dritten Quartal 2013 erneut gesunken, wie aus dem BIZ-Bericht hervorgeht. Die Forderungen der Banken untereinander gingen dabei so stark zurück wie seit dem zweiten Quartal 2012 nicht mehr - am deutlichsten in Europa.

Gerade nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ist das Vertrauen der Banken untereinander deutlich geringer geworden. Notenbanken weltweit mussten mit Notmaßnahmen dafür sorgen, dass die Banken liquide blieben. Die bis zur Krise gut funktionierenden Geldmärkte waren teilweise zum Stillstand gekommen.

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Quelle: n-tv.de

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