Wirtschaft
Überproduktion: Öl bleibt wohl weiter billig.
Überproduktion: Öl bleibt wohl weiter billig.(Foto: imago/Mint Images)

"Größeres Überangebot": Goldman: Ölpreis kann auf 20 Dollar stürzen

Geht es weiter runter für den Ölpreis? Ja, meinen die Analysten von Goldman Sachs und korrigieren ihre Prognose für das nächste Jahr deutlich. Die Opec-Förderländer hingegen geben sich zuversichtlich.

Der Preis für Öl wird wohl noch auf absehbare Zeit niedrig bleiben – davon sind die meisten Analysten überzeugt. Auch Goldman Sachs rechnet mit dauerhaft billigem Öl und senkt die Prognose für das kommende Jahr kräftig.

Nunmehr erwarten die Goldman-Analysten, dass der Preis für die US-Referenzsorte WTI im kommenden Jahr bei 45 US-Dollar pro Fass liegen wird. Bisher hatten sie 57 Dollar vorhergesagt. Die Prognose für ein Fass der Nordseesorte Brent wurde von 62 auf 49,50 Dollar gesenkt.

"Auf dem Ölmarkt herrscht ein noch größeres Überangebot als wir erwartet haben", zitiert die Finanznachrichtenagentur Bloomberg aus einer Analyse der Investmentbank. Sollten die Förderländer die Produktion nicht drosseln, könne der Preis sogar bis auf 20 Dollar pro Fass fallen.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte es im Frühjahr aufgegeben, durch Förderkürzungen den Ölpreis auf einem hohen Niveau zu halten. Die Gruppe der Förderländer geht nicht mehr davon aus, dass die Preise in diesem Jahr deutlich steigen werden. Gründe seien vor allem das üppige Angebot und die fallende Nachfrage in China, heißt es.

Ein Vertreter eines der Förderländer sagte dem "Wall Street Journal", dass die Ölsorte Brent im restlichen Jahresverlauf wohl zwischen 40 und 50 Dollar schwanken werde. Aktuell kostet ein Fass Nordsee-Öl gut 48 Dollar. Ursprünglich hatten die Opec-Mitgliedsländer vom Golf damit gerechnet, dass sich der Ölpreis bis zum Jahresende wieder auf 70 bis 80 Dollar erholt. Im August war Brent aber bis auf 42 Dollar gefallen - den tiefsten Stand seit der Finanzkrise.

Ein Vertreter des Iran sagte, die Preise würden noch sechs Monate niedrig bleiben. Ein Mitglied aus einem anderen Golf-Land sprach von 60 Dollar im ersten Quartal 2016.

Quelle: n-tv.de

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