Wirtschaft
Weltmarktführer aus dem deutschen Mittelstand: Ein Mitarbeiter bereitet im Stammwerk von Faber-Castell Roh-Stifte zur Lackierung vor.
Weltmarktführer aus dem deutschen Mittelstand: Ein Mitarbeiter bereitet im Stammwerk von Faber-Castell Roh-Stifte zur Lackierung vor.(Foto: picture alliance / dpa)

Buntstiftriese aus Deutschland: Graf von Faber-Castell ist tot

Zeitenwende in Stein bei Nürnberg: Der weltgrößte Bunt- und Bleistifthersteller Faber-Castell trauert um seinen langjährigen Chef, den gleichnamigen Ur-Urenkel des legendären Unternehmensgründers.

Der Chef des Stiftherstellers Faber-Castell, Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, ist tot. Wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte, starb er am Donnerstag im Kreise seiner Familie in Houston im US-Bundesstaat Texas.

Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, hier bei einer Veranstaltung des Verbandes deutscher Luxushersteller "Meisterkreis" im Juni 2013.
Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, hier bei einer Veranstaltung des Verbandes deutscher Luxushersteller "Meisterkreis" im Juni 2013.(Foto: picture alliance / dpa)

Graf von Faber-Castell wurde 74 Jahre alt. Der Unternehmer hinterlässt seine Frau Mary und vier Kinder.

Graf von Faber-Castell leitete das Unternehmen in der achten Generation. In den vergangenen Jahren hatte er die Strategie und die Ausrichtung des weltweit aktiven Produzenten von Buntstiften, Bleistiften, Gelrollern, Kugelschreibern, Markern, Zeichenbedarf und anderen Schreibwaren maßgeblich mitgeprägt. Als Nachfahre des legendären Firmengründers sah sich Graf von Faber-Castell nicht nur reiner Tradition verpflichtet.

"Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man in Generationen denken", ließ er sich in einer Unternehmenspräsentation zitieren. "Ich halte nichts von kurzfristigem Profitstreben." Seiner Einschätzung nach zeichnen sich "gut geführte Familienunternehmen (...) durch Werte aus, die Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Verantwortung und menschliche Tugenden wie Toleranz, Bescheidenheit und Aufrichtigkeit beinhalten."

"In Generationen denken"

Für das im Jahr 1761 gegründete Traditionsunternehmen geht mit dem Tod des Firmenchefs eine Ära zu Ende: Die Leitung am Stammsitz von Faber-Castell in Stein bei Nürnberg hatte Graf von Faber-Castell vor fast 40 Jahren übernommen. "Mein Ur-Ur-Großvater, Lothar von Faber, war ein außergewöhnlich sozial eingestellter Unternehmer", fasste Graf von Faber-Castell seinen Managementansatz einst zusammen. "Und die nachfolgenden Generationen sehen es bis heute als eine Verpflichtung an, seinem Beispiel zu folgen."

Die in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft eingetragene, aber nicht börsennotierte Faber-Castell AG produziert seit mehr als 250 Jahren Schreibwaren aller Art. Mit Handelsvertretungen in 120 Ländern gilt das Unternehmen als größter Bunt- und Bleistifthersteller der Welt. Pro Jahr stellen die weltweit rund 7500 Mitarbeiter in den Faber-Castell-Werken in neun verschiedenen Ländern mehr als zwei Milliarden Blei- und Farbstifte in der charakteristischen Holzfassung her.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen