Wirtschaft
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Eon stößt AKW ab: Grafenrheinfeld geht früher vom Netz

In Deutschland wird immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen. Zudem bereiten massive Überkapazitäten den Betreibern konventioneller Kraftwerksparks zunehmend Kopfschmerzen. Eon zieht jetzt die Reißleine.

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Der Energiekonzern Eon nimmt das unterfränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sieben Monate früher als geplant vom Netz. Die Anlage lässt sich nicht mehr kostendeckend betreiben.

Nach Angaben des Düsseldorfer Energiekonzerns soll Grafenrheinfeld bereits Ende Mai 2015 und damit sieben Monate früher als von der Bundesregierung geplant stillgelegt werden. Eine entsprechende Stilllegungsanzeige sei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber Tennet übermittelt worden. Der Betrieb sei kaum noch rentabel gewesen.

Der Schritt war sei langem erwartet worden. Schon vor Monaten hatte Eon-Vorstand Mike Winkel gesagt, dass "Kernkraftwerke durch die Kernbrennstoffsteuer momentan ganz überwiegend Geld für die Staatskasse verdienen". "Wir prüfen laufend, ob sich der Betrieb unserer Kraftwerke, auch der Kernkraftwerke, noch lohnt." In Bayern waren deshalb Befürchtungen laut geworden, die Versorgungssicherheit des Freistaats könnte durch eine frühere Abschaltung beeinträchtigt werden. Am Dienstag hatte Staatskanzleichefin Christine Haderthauer aber nach einer Kabinettssitzung berichtet, die Staatsregierung habe keine Einwände.

Laut Ausstiegsfahrplan sollte Grafenrheinfeld eigentlich erst zum Jahreswechsel 2015/16 vom Netz gehen. Die Energiekonzerne haben aber vor dem Hintergrund der Energiewende kein Interesse daran, mit dem Betrieb von Atom- und konventionellen Kraftwerken Verluste zu machen. Allein die Brennelementesteuer schlägt mit zweistelligen Millionenbeträgen zu Buche.

Quelle: n-tv.de

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