Wirtschaft

Neue Talfahrt am Immobilienmarkt: Greenspan warnt

RTX9U72.jpgDer ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, hat vor einer zweiten Talfahrt des Immobilienmarktes gewarnt. Dies würde das jüngst wieder gestiegene Vertrauen in die Wirtschaft zerstören, sagte Greenspan im US-Fernsehsender ABC. "Unter diesen Umständen würde es eine sehr deutliche Veränderung der Trends im Verbrauchervertrauen geben." Er rechne zwar nicht mit einem starken Rückgang, aber die Immobilienpreise hätten sich nur vorübergehend stabilisiert.

Mit Blick auf das Haushaltsdefizit der USA verwies Greenspan auf die Mehrwertssteuer als eine Lösungsmöglichkeit. Mit diesem Ansatz könnte das Defizit ohne größere Auswirkungen auf die Wirtschaft unter Kontrolle gebracht werden. Zur Zinspolitik sagte Greenspan, er hoffe die Federal Reserve habe noch ein paar Jahre Zeit, bis sie wieder die Zinsen erhöhen müsse. "Aber ich glaube nicht, dass sie das haben."

Experten gehen davon aus, dass die Federal Reserve noch längere Zeit an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten wird. Die Banken können sich seit Monaten fast zum Nulltarif bei der Federal Reserve mit Geld eindecken. Die Fed will mit der Politik des billigen Geldes die Konjunktur ankurbeln.

Geithner plant neue Maßnahmen

US-Finanzminister Timothy Geithner hat derweil weitere Schritte in Aussicht gestellt, um die amerikanische Wirtschaft sicher wieder auf Kurs zu bringen. Es gebe zwar erste Anzeichen für eine Verbesserung der Wirtschaftslage, sagte Geithner bei ABC. Aber um die Erholung zu stützen, könnten weitere Maßnahmen notwendig sein - vor allem im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Hier könnte die Regierung eine Ausweitung von Arbeitslosenhilfe zum Ende des Jahres in Erwägung ziehen. Die USA stecken seit Ende 2007 in der Rezession, die am Arbeitsmarkt tiefe Spuren hinterlassen hat. Die Erwerbslosensquote liegt bei 9,5 Prozent und damit so hoch wie seit 1983 nicht mehr.

Im Kampf gegen das rasant wachsende Haushaltsdefizit der USA schloss Geithner Steuererhöhungen in der Zukunft nicht aus. Die USA müssten nach einer Erholung demonstrieren, dass sie das Defizit wieder auf ein vernünftiges Maß reduzieren wollen. Dafür stünden einige harte Entscheidungen an, die bei Bedarf auch zu eine Erhöhung der Steuereinnahmen bedeuten könnten.

Quelle: n-tv.de

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