Wirtschaft

Sinn hält nichts von der Einigung: "Griechenland muss Austritt aushandeln"

Der Euro habe Griechenland teuer gemacht, sagt Ifo-Chef Sinn. Wenn das Land wieder wettbewerbsfähig werden wolle, müsse es aus dem Euro austreten, die Drachme einführen und dann abwerten.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat den Beschluss der Euro-Partner im Schuldenstreit mit Griechenland kritisiert. "Zusätzliches Geld ist nichts als ein Schmerzmittel für die griechische Krankheit und trägt nicht zur Heilung bei", sagte der Ökonom laut Mitteilung.

"Griechenland wurde durch den Euro zu teuer und muss nun billiger werden, um seine Wettbewerbsfähigkeit zurückzuerlangen. Das geht nur durch den Austritt aus dem Euro und die Abwertung der Drachme."

Das hoch verschuldete Griechenland kann auf weitere Finanzhilfen von Deutschland und den anderen Euro-Partnern hoffen. Allerdings muss die griechische Regierung Anfang der Woche akzeptable Spar- und Reformvorschläge vorlegen - dann soll das eigentlich Ende Februar auslaufende Hilfsprogramm um weitere vier Monate verlängert werden. Darauf hatten sich die Euro-Partner und Griechenland am Freitagabend geeinigt.

Sinn sagte, Griechenland solle Bedingungen für einen geordneten Austritt aus dem Euro-Raum aushandeln. "Dazu gehören ein Schulden-Moratorium zur Verringerung der Schulden des griechischen Staates, der Geschäftsbanken und der Notenbank", sagte Sinn. Außerdem nannte er etwa ein Programm zur späteren Rückkehr in die Eurozone, wenn die nötigen Reformen umgesetzt seien.

Quelle: n-tv.de

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