Wirtschaft
Bevor die Banken öffneten, bildeten sich vor einigen Filialen Schlangen.
Bevor die Banken öffneten, bildeten sich vor einigen Filialen Schlangen.(Foto: REUTERS)

420 Euro Wochenlimit: Griechische Banken öffnen ein bisschen

In Griechenland sind die Banken wieder geöffnet. Viel können Kunden in den Filialen allerdings nicht tun. Doch für die Griechen ist der Schritt dennoch eine Erleichterung.

Drei Wochen waren die griechischen Banken geschlossen, seit dem Morgen sind sie wieder offen. Doch für die Kunden hat sich wenig geändert, denn die Kapitalverkehrskontrollen bleiben in Kraft – und so bleibt es vor vielen Banken ruhig. "Keine Panik, kein Gedränge", sagt n-tv-Reporter Dirk Emmerich, der im Zentrum Athens unterwegs ist. "Es ist wie in den vergangenen Tagen. An den Geldautomaten stehen weiterhin Menschen geduldig an." An einigen Banken bildeten sich vor der Öffnung allerdings Schlangen. Doch auch dann ging es ruhig zu. 

 

Seitdem die Banken geschlossen wurden, durften Griechen pro Tag 60 Euro am Automaten abheben. Nun können sie sich mehr Geld auf einmal auszahlen lassen – allerdings bleibt die Höchstgrenze von 420 Euro wöchentlich in Kraft. Diese Summe müsse angesammelt werden, so Emmerich. Das bedeutet: Erst wenn man sechs Tage lang nicht am Automaten war, kann die Höchstsumme abgehoben werden.

Für viele ältere Menschen bedeutet der Schritt trotzdem eine Erleichterung. Rentner, die häufig keine Bankkarte haben, durften in extra geöffneten Filialen bislang 120 Euro pro Woche abheben. Jetzt haben sie mehr Geld zur Verfügung. Außerdem können sie - wie andere Griechen auch – jetzt am Schalter Inlands-Überweisungen durchführen.

Viele Griechen, vor allem Rentner hatten in den vergangenen Wochen große Probleme, ihre Rechnungen zu bezahlen. Sie hatten zuvor ihre Überweisungen immer in der Bank erledigt.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Restriktionen in Kürze deutlich gelockert werden. Denn griechische Banken haben die Sorge, dass ihre Kunden angesichts der Erfahrungen der vergangenen Tage so viel Geld abheben wie möglich – und damit die Banken, die ohnehin unter Kapitalabfluss leiden, in noch größere Schwierigkeiten stürzen. Die Institute werden derzeit durch Nothilfen der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten. Die Emergency Liquidity Assistance (ELA) wurde in der vergangenen Woche um 900 Millionen Euro angehoben. Sie liegt damit bei nahezu 90 Milliarden Euro. Viele Griechen hatten vor der Bankenschließung am 29. Juni ihre Konten geleert – das Geld floss entweder ins Ausland oder wird als Bargeld zuhause aufbewahrt.

Weiterhin können Griechen in der Regel kein Geld ins Ausland überweisen, über Ausnahmen entscheidet die Zentralbank. Allerdings können griechische Bank- und Kreditkarten wieder im Ausland genutzt werden. Es wird allgemein erwartet, dass die die Kapitalkontrollen erst dann vollständig aufgehoben werden, wenn Gläubiger und griechische Regierung sich auf ein drittes Hilfsprogramm geeinigt haben. In Zypern waren Beschränkungen zwei Jahre in Kraft.

Quelle: n-tv.de

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