Fahnder überprüfen Auslandskonten: Griechische Politiker im Visier
Griechenland geht gegen Steuersünder vor, die ihr Geld ins Ausland geschafft haben. Es geht um rund 22 Milliarden Euro. Im Visier der Fahnder sind auch Politiker.
Griechische Steuerfahnderüberprüfen Dutzende Politiker im ganzen Land auf Steuerhinterziehung, illegale Bereicherungund Geldwäsche. Dies berichtet die Zeitung "Kathimerini" unter Berufungauf amtliche Quellen. Demnach beläuft sich die Zahl der Politiker, deren Finanzenüberprüft werden, auf mindestens 60. Darunter sollen drei Entscheidungsträger inder Regierung sein sowie zahlreiche aktive und ehemalige Parlamentarier des vonder Pleite bedrohten Euro-Landes.
Das griechische Finanzministeriumhatte in der vergangenen Woche angekündigt, Auslandsüberweisungen von insgesamtrund 22 Mrd. Euro genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach Informationen der Zeitung"To Vima" hat die Steuerfahndung bisher für insgesamt 5000 Konten natürlicherund juristischer Personen die Datenfreigabe beantragt. Schon jetzt seien 15.000Personen ermittelt worden, die ihre Auslandsguthaben nicht rechtfertigen könnten,sagte ein hoher Beamter des Ministeriums der Zeitung.
Darüber hinaus wollen dieSteuerfahnder knapp 2000 Griechen überprüfen, die als Inhaber Schweizer Konten gelistetsind. Ein entsprechender USB-Stick mit der Datei war erst jetzt wieder aufgetauchtund sorgt in Griechenland für einigen Wirbel. Wie es heißt, hatte ihn die damaligefranzösische Finanzministerin Christine Lagarde bereits 2010 ihrem griechischenAmtskollegen Giorgos Papakonstantinou übergeben. Von den Daten wurde damals abernicht Gebrauch gemacht, der Stick verschwand.
Quelle: n-tv.de

