Wirtschaft
Spezielchemiekonzern mit rund 33.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 13,6 Milliarden Euro: Die Evonik-Aktie wird seit Ende April 2013 an der Börse gehandelt.
Spezielchemiekonzern mit rund 33.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 13,6 Milliarden Euro: Die Evonik-Aktie wird seit Ende April 2013 an der Börse gehandelt.(Foto: REUTERS)

"Wir werden Evonik-Aktien verkaufen": RAG-Stiftung zielt auf den Mittelstand

Bei Evonik zeichnen sich hinter den Kulissen größere Veränderungen ab. Der bisherige Hauptaktionär will über kurz oder lang mehr als 40 Prozent seiner Evonik-Anteile auf den Markt werfen. Die Erlöse möchte RAG-Chef Müller in mittelständische Betriebe pumpen.

"Wir halten nach Mittelständlern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Ausschau": Werner Müller (Archivbild).
"Wir halten nach Mittelständlern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Ausschau": Werner Müller (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

Die RAG-Stiftung will ihren Mehrheitsanteil an dem Essener Chemiekonzern Evonik offenbar massiv abbauen. "Wir werden früher oder später Evonik-Aktien verkaufen. Auf lange Sicht wollen wir den Anteil an Evonik auf gut 25 Prozent senken", sagte Stiftungs-Chef Werner Müller der "Rheinischen Post".

Hinter der Entscheidung stehen grundlegende Überlegungen zur RAG-Strategie. "Die Industrie-Branchen, in die wir investieren wollen, sollen möglichst weit weg sein von der Chemie", erklärte Müller. "Mit unserer 67,9-Prozent-Beteiligung an Evonik sind wir in der Chemie bereits stark engagiert." Das Risiko müsse breiter gestreut werden.

"Wir wollen künftig bis zu 35 Prozent unserer Anlagen in die gewerbliche Wirtschaft investieren. Wir halten nach Mittelständlern in Deutschland, der Schweiz und Österreich Ausschau, die bereits eine starke Position auf dem Markt haben", bekräftigte Müller frühere Aussagen. "Wir könnten direkt einsteigen oder in Mittelstandsfonds investieren."

Chancen für etablierte Betriebe

In Start-Ups werde man aber nicht gehen, betonte Müller. Stattdessen wolle die RAG-Stiftung künftig insbesondere Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur stärker fördern. "Auf Dauer planen wir, fünf bis zehn Prozent unserer Erlöse einzusetzen." Evonik war im vergangenen April nach mehreren vergeblichen Anläufen der Sprung an die Börse geglückt. Damals erreichte die Aktie mit 33,20 Euro auch ihr Jahreshoch. Vor dem Wochenende kosteten sie noch 27,98 Euro.

Unabhängig von der Kursentwicklung besteht für Evonik-Anleger die Aussicht auf eine steigende Ausschüttungsquote. Die RAG-Stiftung hatte im Herbst deutlich gemacht, dass sie auf eine Dividende von 1,00 Euro pro Anteilsschein für 2013 setzt - nach 0,92 Euro je Aktie für das Jahr 2012.

Der Kreis der Nutznießer ist bislang noch recht übersichtlich: Im Schatten des knapp 68-prozentigen Anteils der RAG-Stiftung zählt der US-Finanzinvestor CVC mit 17,9 Prozent der Aktien zu den Großaktionären. Lediglich 14,2 Prozent der Evonik-Papiere befinden sich in Streubesitz. Sollte dieser Anteil mit dem angekündigten Großverkauf der Evonik-Aktien durch die RAG-Stiftung künftig ansteigen, stünde dem Spezialchemiekonzern theoretisch auch der Aufstieg in die großen Aktienindizes der Deutschen Börse offen.

Quelle: n-tv.de

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