Wirtschaft
Auge in Auge mit der Deutschen Bahn: Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (r.), hier bei einer ICE-Fahrt mit der Vorstandsvorsitzenden der DB Fernverkehr AG, Birgit Bohle.
Auge in Auge mit der Deutschen Bahn: Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (r.), hier bei einer ICE-Fahrt mit der Vorstandsvorsitzenden der DB Fernverkehr AG, Birgit Bohle.(Foto: picture alliance / Lino Mirgeler)
Dienstag, 04. Juli 2017

Zugausfälle in Baden-Württemberg: Grünen-Politiker droht der Bahn

Im Südwesten Deutschlands droht der Deutschen Bahn ungewohnter Ärger: Landesverkehrsminister Hermann verliert im Nahverkehr die Geduld. Bei künftigen Ausschreibungen kommt die Bahn womöglich nicht mehr zum Zug.

Das Ausmaß der Verspätungen und Zugausfälle im Nah- und Regionalverkehr bringen für Winfried Hermann das Fass zum Überlaufen: Baden-Württembergs Verkehrsminister droht der Deutschen Bahn, sie von weiteren Ausschreibungen auszuschließen. Seinem Ministerium zufolge wäre dieser Schritt ein bundesweites Novum.

Von Stuttgart nach Würzburg: Die Strecke der Frankenbahn verbindet die Landeshauptstadt Baden-Württembergs mit Unterfranken.
Von Stuttgart nach Würzburg: Die Strecke der Frankenbahn verbindet die Landeshauptstadt Baden-Württembergs mit Unterfranken.(Foto: kjunix und MCMC / CC BY-SA 3.0)

Hintergrund sind die Probleme bei der sogenannten Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg. Mehr als zehn Prozent der Züge auf der Linie seien mehr als sechs Minuten verspätet, erklärte der Grünen-Politiker Hermann. Die Fälle, in denen Verbindungen komplett ausfielen, hätten sich sogar verdreifacht.

Das Land hat die Bahn bereits zweimal abgemahnt - einmal wegen der Nahverkehrs-Probleme insgesamt, einmal speziell wegen der Frankenbahn - und prüft nun, ob ein Ausschluss wegen mangelnder Verlässlichkeit möglich ist.

Wettbewerber in den Startlöchern

Die Bahn hat für die Frankenbahn einen Übergangsvertrag, nach dessen Auslaufen ab 2019 die Unternehmen Abellio und Go-Ahead die Strecke übernehmen. Im Ernstfall könnte das Bundesland die Bahn von der Teilnahme an künftigen Ausschreibung aussperren.

Der frühere Staatskonzern müsste dann zusehen, wie sich private Wettbeweber um den Betrieb der nächsten Nahverkehrs-Netze bemühen. Die Bahn käme dann nicht zum Zug. Die bevorstehenden Verfahren betreffen zum Beispiel die Nahverkehrsnetze rund um Offenburg sowie um Reutlingen und Tübingen.

Quelle: n-tv.de

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