Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Vergleich im Geldwäscheverfahren: HSBC zahlt Rekordstrafe

Illegale Transaktionen für den Iran und mexikanische Drogenkartelle kommen die Großbank HSBC teuer zu stehen. Mit einem Schuldeingeständnis und der Zahlung einer Milliardensumme legt die Bank den Geldwäscheskandal in den USA ad acta.

Die britische Großbank HSBC kann den Geldwäsche-Skandal in den USA gegen Zahlung einer Rekordstrafe beilegen. Die US-Behörden haben sich mit der Bank auf die Summe von 1,92 Milliarden US-Dollar geeinigt, wie das Geldhaus in London mitteilte. Das US-Justizministerium bestätigte den Vergleich. HSBC zahle einen hohen Preis für sein Fehlverhalten, hieß es in einer Mitteilung.

Konkurrent Standard Chartered muss wegen unerlaubter Geschäfte mit Iran insgesamt 667 Millionen Dollar zahlen. Der niederländische Konzern ING musste wegen vergleichbarer Vorwürfe 619 Millionen Dollar aufwenden. Strafen in dieser Größenordnung sind sonst allenfalls bei Kartellverstößen üblich. Die Strafe für HSBC war erwartet worden - bereits in der vergangenen Woche hatte es Spekulationen darüber gegeben.

Die USA hatten der Bank vorgeworfen, über Jahre hinweg Geldwäsche unterstützt zu haben. Aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien sollen demnach HSBC-Filialen Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Finanzierern des Terrorismus in die Hände gespielt haben.

Der Vereinbarung mit dem Justizministerium zufolge hat sich die Bank neben der Zahlung der Geldsumme strukturellen Änderungen in seinen gesamten globalen Operationen verpflichtet, um eine Wiederholung solcher Verstöße zu verhindern. HSBC hatte im Sommer selbst schwere Fehler eingeräumt und auch personelle Konsequenzen gezogen. So musste der Chefaufseher über die Unternehmenskultur ("Head of Compliance"), David Bagley, zurücktreten. "Wir akzeptieren die Verantwortung für unsere Fehler in der Vergangenheit", bekräftigte Unternehmenschef Stuart Gulliver am Dienstag.

In der Washingtoner Mitteilung wird HSBC "überwältigendes Aufsichtsversagen" angelastet. Der Leiter der Kriminalabteilung im Ministerium, Lanny Breuer, wird wie folgt zitiert: "Heute zahlt HSBC einen hohen Preis dafür, und .....wir behalten uns das Recht zu vollständigem strafrechtlichen Vorgehen vor, sollte die Bank auf irgendeine Weise gegen die Vereinbarung verstoßen."

Quelle: n-tv.de

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