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Mit dem Auto gut eine Stunde westlich von Frankfurt: Der Flughafen "Frankfurt Hahn" liegt näher an Trier als an der Mainmetropole.
Mit dem Auto gut eine Stunde westlich von Frankfurt: Der Flughafen "Frankfurt Hahn" liegt näher an Trier als an der Mainmetropole.(Foto: dpa)

Partner im chinesischen Zhengzhou : Hahn kooperiert mit China

Der Hunsrück rückt ein Stück näher an Asien heran: Der Flughafen Hahn will künftig eng mit dem chinesischen Airport Zhengzhou zusammenarbeiten. Der Kooperationsvertrag ist unterschrieben, die Zahl der Flüge nach China wird verdoppelt.

Billig-Flüge haben den Standort groß gemacht: Die fast vier Kilometer lange Piste in Hahn ist allerdings auch für Frachtflieger rund um die Uhr geöffnet.
Billig-Flüge haben den Standort groß gemacht: Die fast vier Kilometer lange Piste in Hahn ist allerdings auch für Frachtflieger rund um die Uhr geöffnet.(Foto: dpa)

Die Betreibergesellschaft des Flughafens Hahn hat einen neuen Partner-Airport im Fernen Osten gefunden. Der deutsche Verkehrsflughafen will seine Pläne ab sofort eng mit dem chinesischen Flughafen Zhengzhou abstimmen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag sei offiziell unterzeichnet worden, wie die Flughafengesellschaft mitteilte.

Die Zahl der Flüge zwischen dem Hunsrück und der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan - rund 700 Kilometer südlich von Peking - soll von derzeit drei pro Woche in den kommenden zwölf Monaten verdoppelt werden. Die Zusammenarbeit läuft unter dem Namen "World Cargo Airports Alliance" und wird von dem Unternehmen BST Logistics unterstützt, das Frachtflüge organisiert.

Die Kooperation dient damit offenbar vor allem dem Frachtfluggeschäft. Schon jetzt zählt der Standort Hahn zu den wichtigsten deutschen Umschlagplätzen im internationalen Frachtflugverkehr. Im vergangenen Jahr kam der einstige Militärflugplatz in der Provinz auf ein Güteraufkommen von rund 153.000 Tonnen Luftfracht. Unternehmensangaben zufolge ist Hahn damit "der fünftgrößte Frachtflughafen in Deutschland".

Uneingeschränkte Nachtflüge

Im Gegensatz zu größeren Luftdrehkreuzen wie Frankfurt, München oder Düsseldorf verfügt der Standort Hahn nur über eine Start- und Landebahn von 3800 Metern Länge. Die beschränkten Kapazitäten kann der Betreiber allerdings durch einen anderen Vorteil mehr als ausgleichen. Der Flughafen Hahn verfügt in der vergleichsweise dünn besiedelten Region Hunsrück über eine uneingeschränkte Betriebserlaubnis, die Starts und Landungen rund um die Uhr mit einschließt.

Aus der Sicht von Luftfracht-Anbietern bietet Hahn damit einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil. Der Flughafen "erfüllt wichtige Anforderungen der internationalen Cargo-Branche", heißt es dazu beim Betreiber. Der neuen Frachtflug-Allianz zwischen Hahn und Zhengzhou sollen in Kürze weitere Airports beitreten. Die Rede ist von Flughäfen in Russland und den USA.

Drehkreuz für Ryanair

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Flughafenstandort Hahn insbesondere durch die Angebote der irischen Billigfluglinie Ryanair, die seit 1999 Hahn als Stützpunkt in Deutschland nutzt. Für die strukturschwache Region Hunsrück erwies sich der Flughafen seitdem als wichtiger Wirtschaftsmotor und Garant für Arbeitsplätze. Mehr als 3000 Menschen sind nach Unternehmensangaben direkt am Standort beschäftigt. Insgesamt sind demnach im Umfeld rund 11.000 Arbeitsplätze mit der Existenz des Flughafens verknüpft.

Hinter dem Betreiber des Flughafens, der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, steht das Bundesland Rheinland-Pfalz, das als Mehrheitseigner 82,5 Prozent an dem Airport hält. Das Bundesland Hessen - Heimat des größten deutschen Luftdrehkreuzes Frankfurt am Main - ist mit 17,5 Prozent an Hahn beteiligt.

Quelle: n-tv.de

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