Donnerstag, 05. November 2009
Obama will von nichts gewusst haben: Opelaner greifen GM an
US-Präsident Barack Obama hat offenbar nichts von der Entscheidung des GM-Verwaltungsrates gewusst, Opel nicht zu verkaufen. In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte er, in die Entscheidung des Verwaltungsrats von GM nicht eingebunden gewesen zu sein. Im Ringen um die Zukunft von Opel wollen sich Merkel und Obama nun eng abstimmen. Vermutungen, wonach Obama Merkel bei ihrem Gespräch in Washington am Dienstag absichtlich in Unkenntnis über die GM-Entscheidung gelassen haben soll, wies die Kanzlerin zurück. "Das Gespräch mit US-Präsident Obama hat mir gezeigt, dass auch er von der Wende bei General Motors nichts gewusst hat", sagte sie der "Bild".
Dicke Luft bei den Opel-Mitarbeitern.
(Foto: Reuters)
Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat unterdessen die USA für ihren Umgang mit europäischen Partnern kritisiert. Die Absage verletze die russischen Interessen nicht, sagte Putin. Sie zeige jedoch, dass die Amerikaner ihre ganz eigene Kultur in solchen Dingen hätten. "Dieser höhnische Umgang betrifft allerdings vor allem die Europäer, nicht uns", fügte er hinzu. Russland werde seine Lehren aus dem Vorgang ziehen. "GM hat niemanden vorgewarnt, mit niemandem gesprochen (...) trotz aller getroffener Vereinbarungen und unterschriebener Dokumente", sagte Putin. "Nun, ich denke, das war ein gutes Lehrstück."
Die Zukunft von Opel steht nun im Mittelpunkt eines Treffens von Vertretern der Bundesregierung und der Opel-Länder. Die Politiker werden sich in der Vertretung des Landes Hessen treffen, erklärte die Staatskanzlei in Wiesbaden. An dem Treffen nehmen Hessens Ministerpräsident Roland Koch, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der Rheinland-Pfälzische Landesvater Kurt Beck sowie die Thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht teil. Für den Bund sitzen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla mit am Tisch.
Opelaner auf der Straße
Tausende Mitarbeiter haben sich derweil an ihren Standorten kämpferisch gezeigt. In Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern demonstrierten sie gegen die Entscheidung der US-Mutter General Motors. Die Regierungen der betroffenen Bundesländer kündigten an, sich für ihre Opel-Standorte einzusetzen. Roland Koch erklärte auf einer Kundgebung vor rund 10.000 Beschäftigten am Opel-Stammsitz Rüsselsheim, nach dem Rückzieher von GM weiter für den deutschen Autobauer kämpfen zu wollen. "Wir als Staat werden uns nicht mit verschränkten Armen daneben stellen", sagte Koch. Der hessische Ministerpräsident warnte GM, "die deutschen Arbeitnehmer als Geiseln zu nehmen". Der US-Konzern schließt eine Insolvenz bei Opel nicht aus.
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sagte bei der Kundgebung, GM habe sich mit seiner Entscheidung "in die tiefste Vertrauenskrise gegenüber Mitarbeitern, der Öffentlichkeit und der Politik" manövriert. Er habe GM-Chef Fritz Henderson zu einem Gespräch eingeladen um herauszufinden, ob es "überhaupt eine Möglichkeit der Zusammenarbeit geben kann". Eine Bedingung sei die auch für beim Magna-Deal geplante Umwandlung Opels in eine Aktiengesellschaft. Dies würde der Belegschaft mehr Mitspracherechte bringen.
Auch in Bochum versammelten sich nach Angaben der IG Metall rund 3000 Opel-Beschäftigte zu einer Protestkundgebung, um ihrem Unmut und ihrer Wut über das Vorgehen des GM-Managements Luft zu machen. "Von General Motors aus den USA kommt bisher nur Abbruch, Niedergang und Zerschlagung. Uns geht es um Perspektive, sichere Jobs und gute Autos", erklärte Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter in NRW. Die IG Metall NRW fordert die GM-Zentrale auf, "ihre Insolvenzdrohungen sowie ihre Untätigkeit" zu beenden, mit denen die Risiken für Arbeitsplätze und Standorte täglich größer würden.
Im thüringischen Eisenach kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Mitarbeiter der Frühschicht zusammen. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) forderte GM auf, schnellstens Klarheit über die weitere Zukunft des Unternehmens zu schaffen. In Kaiserslautern beteiligten sich laut Gewerkschaft rund 3500 Menschen an einer Kundgebung, 3000 davon waren Opelaner.
Warnung vor leichtfertigen Hilfen
DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann hat Bund und Länder vor einer leichtfertigen Vergabe von Staatshilfen an den angeschlagenen Autobauer Opel gewarnt. "Der Staat vermag Unternehmen nicht dauerhaft künstlich am Leben halten", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. "Vielmehr sind es die Kunden, die über den Erfolg von Produkten entscheiden." Das Kredit- und Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung sehe klare Kriterien für eine staatliche Unterstützung vor. "Diese Spielregeln müssen auch bei GM angewandt werden", sagte Driftmann. "Es darf nicht zu einer Bevorzugung gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen kommen."
Der DIHK-Chef sieht für Opel gute Überlebenschancen. "Ich glaube, dass Opel auch unter dem Dach von GM überleben kann, denn der Konzern setzt augenscheinlich auf die modernen Technologien der Marke." Allerdings werde das Unternehmen vermutlich nur in einem kleineren Umfang mit deutlich weniger Mitarbeitern weitermachen.
Briten fordern "fairen" Stellenabbau
Großbritannien fordert bei einem Stellenabbau bei Opel eine "faire" Verteilung der Streichungen auf die Standort-Länder. Zudem müsse es eine gerechte Teilung der finanziellen Belastung bei möglichen Staatshilfen geben, sagte Wirtschaftsminister Peter Mandelson. Neue Verhandlungen über Staatshilfen würden zu einem "bedeutend kostengünstigeren" Geschäft für die europäischen Steuerzahler führen als die früheren Pläne.
Nach der Entscheidung für den Verbleib von Opel beim Mutterkonzern General Motors hatte der US-Konzern angekündigt, rund 10.000 Stellen in Europa streichen zu wollen. In Großbritannien hat die Opel-Schwestermarke Vauxhall zwei Standorte mit rund 4700 Mitarbeitern. Für den vormals geplanten Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna hatte Deutschland 4,5 Mrd. Euro Staatshilfe zugesagt, an denen sich andere Länder mit Opel-Standort beteiligen sollten.
Verheugen verteidigt EU-Eingreifen
EU-Industriekommissar Günter Verheugen warnte die europäischen Länder mit Standorten des Autobauers vor einem Bieterwettbewerb. "Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können", sagte Verheugen der Zeitung "Hamburger Abendblatt". "Ob das die wirtschaftlich tragfähigsten wären, stünde in den Sternen." GM forderte er auf, nun seiner Verantwortung gerecht zu werden und Opel den notwendigen finanziellen und technischen Freiraum zu lassen.
Zugleich verteidigte Verheugen die Haltung der vorigen Bundesregierung, die sich für einen Opel-Verkauf an ein Konsortium mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank stark gemacht hatte. Ohne den deutschen Überbrückungskredit über 1,5 Mrd. Euro wären die europäischen GM-Standorte im Frühjahr in Insolvenz gegangen. Er räumte allerdings ein, dass die jetzige Situation ohne das Eingreifen der EU-Wettbewerbsbehörde nicht entstanden wäre. Doch sei dieses nicht von ungefähr gekommen. "Die meisten EU-Länder mit GM-Standorten haben der deutschen Festlegung auf Magna sehr skeptisch gegenübergestanden und ökonomischen Nationalismus beklagt", sagte der EU-Kommissar.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte deswegen in die Verhandlungen über die Opel-Sanierung eingegriffen und GM damit die Möglichkeit verschafft, den Verkauf abzusagen.




Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Was ist daran so schlimm, wenn GM nun als klassischer Autokonzern Opel weiterführt anstelle eines dubiosen konsortiums aus osteuropa. Arbeitsplätze wären so oder so weggefallen.
Und wieso sollte ein Konzern wie GM, der Opel über Jahre hinweg in den Schlamm geschoben hat nun mit den gleichen Leuten die Karre aus Dreck ziehen können ?!?
GM möchte die gleichen Stützen wie Magna, bietet aber weniger für die Opelaner.
Ich finde es eine Frechheit von GM, den Arbeitnehmern so in den Hintern zu treten.
Meiner Meinung nach ist GM die einzige Chance für Opel. Nur mit diesem Partner lassen sich Stückzahlen erreichen, die weitere Entwicklungskosten wirtschaftlich machen. Mit Magna wäre ein Scheitern, und damit Verlust aller Steuerbeihilfen, unumgänglich gewesen. Was allerdings übel aufstößt, ist die Arroganz der Gewerkschaften. Sie haben einen großen Anteil am Scheitern von Opel, trotzdem setzen sie alles daran die Krise zu weiter verschärfen. Vor diesem Hintergrund darf es keine weiteren Staatsbeihilfen für Opel geben. Man kann dem Steuerzahler auch nicht erklären, warum er für überbezahlte Autobauer aufkommen soll, die gar kein Interesse an einem eigenständigen Erfolg ihres Unternehmens haben. Es wäre auch ein Fass ohne Boden.
Warum wir GM nicht wollten?!?
Weil die den Karren in den Dreck gefahren haben, und ganz simpel ausgedrückt: wir zu doof sind die geschäftsgebahren der Amis zu verstehen, auch verstehen wir nichts vom europaischen automarkt. Aber bluten sollen/dürfen wir für fehler die zum glück nicht von GM gemacht wurden, sondern von den Deutschen, die wie gesagt von nichts eine ahnung haben.
Und dann wundern, dass wir nicht bei GM bleiben wollen.
War das jetzt zu Ironsch?????????????
Ich verstehe nicht wieso die Menschen immer noch glauben wir könnten die Beschäftigung in der automobilbranche aufrecht erhalten oder am besten neue arbeitsplätze schaffen können. Unsere einzige Chance im internationalen Wettbewerb ist Vorsprung durch Technik. Dies beinhaltet Produktivitätssteigerungen durch Rationalisierung und effizienzsteigerung. Dann haben die verbleibenden Arbeiter auch eine Zukunft.
Tja nun ist es genauso gekommen wie von vielen erwartet. Ich schätze das allerspätestens Sommer 2010 Die Werke geschlossen werden. Ach ja und der Kredit der wird auf jedenfall zurückgezahlt, dann kann sich GM nichts mehr vorwerfen lassen. Und die Regierung hat dann entgültig ihr Mitspracherecht verloren.
Die Logik dahinter ist zwar kalt aber nachvollziehbar. In einem Wahljahr mussten sich natürlich alle Politiker für den Erhalt der Opelwerke. Einzig Guttenberg sprach sich kurzzeitig für eine geordnete Insolvenz aus, leider wurde er zurückgepfiffen. Der gemeine Stammtischwähler würde niemals eine Partei wählen die zusieht wie Arbeitsplätze verloren gehen. Aber jetzt nach der Wahl wird es sehr schnell zuende gehen. Warum ? Tja wir wählen erst wieder in 4 Jahren und wenn die Geschichte nächstes Jahr gegessen ist, dann haben wir noch 3 Jahre bis zur Wahl und bis dahin hat unser gemeine Stammtischwähler alles wieder vergessen. Was wird als nächstes geschehen? GM wird verhandlungen mit der Opelbelegschaft führen ungefähr bis Januar 2010 um die Leute nicht zu Weihnachten rauszuwerfen, ich glaub soviel Unmenschlichkeit traue ich denen dann doch nicht zu. Dann Januar 2010 werden die Gespräche offiziel für gescheitert erklärt. Nun tritt das Insolvenzrecht in Kraft ob geordnet oder schon ungeordnet wird sich dann zeigen. Im sommer 2010 wird dann dichtgemacht. Warum am besten zu der Zeit? Tja da ist Fussball-WM und der gemeine Stammtischwähler ist durch dass Ereignis abgelenkt. Tut mir schrecklich Leid, aber wir Leben nunmal in einem Kapitalistischen System, und jedesmal wenn ich in einem Supermarkt gehe und Milch(von unterbezahlten BAuern),Kaffee (von Kolumbianischen Kinderarbeitern) und Eier (von Legehennenbatterien Din A4) kaufe, sage ich ja zum System, welches auf Ausbeuten anderer zum Wohle der Gemeinschaft beruht. Warum GM nun schluss machen will? Tja es hat die Zeichen der Zeit wohl doch noch erkannt. Die Zukunft wird wohl in Energieeffizenz liegen, und da kann man das Opel-Know-How niemals einem potentiellen Konkurrenten anbieten. Während wir hier die Disskussion führen, so schätze ich, werden bereits Konstruktionspläne, technisches Personal und wichtige Forschungsabteilungen transferiert oder auch schon vorbereitet. GM kann sich kein Klotz am bein Leisten (Und dass ist nunmal Opel mit den Negativbilanzen) Der europäische Automarkt ist leider für die nächsten 2 Jahre übersättigt (Abwrackprämie) Der chinesische/Indische Markt trägt das Potential wieder ganz nach Oben zu kommen. Das es langsam so kommt, merkt man auch an der Werbung. Es gibt praktisch nichts mehr zu hören von dem ach so dollem Insignia. Die Marketingabteilung hat nun erkannt, das die negativschlagzeilen in den Nachrichten viel höheren Stellenwert hat, als ein wenig Werbung. Das Image Opel ist zu sehr beschädigt, als dass man hier noch groß Restrukturieren könnte. Unser Herr Stammtischwähler wird sich wohl nicht einen Opel kaufen, wenn er doch denkt das dahinter irgend wo ein gieriger Amerikaner steckt. Es tut mir auch natürlich für die Opelmitarbeiter Leid, aber Überkapazitäten müssen abgebaut werden, und wenn ein Unternehmen nicht mehr stark genug ist dann muss es Insovent gehen. Dafür werden andere Leute nicht entlassen. Bei VW, BMW und andere wird die Erleichterung groß sein. Genauso wie bei Otto, dem direkten Konkurrenten von Quelle.
Die Politik sollte sich nun endlich aus dem "Fall Opel" heraushalten.
Wenn GM als Eigentümer nun mal nicht mehr verkaufen will - bitte. Im Zweifelsfall geht Opel in die Insolvenz, was wahrscheinlich sowieso das beste für das Unternehmen wäre. In der Insolvenz würden sicherlich eine Reihe von potenziellen Investoren die "guten" Stücke von Opel herauskaufen. Dies böte Opel eine realistische Chance weiterhin zu bestehen.
Die Politiker, die jetzt wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend laufen - allen voran Jürgen Rüttgers - sind doch nur sauer, weil ihr schöner Plan 'Wählerstimmen mit Steuergeldern kaufen' jetzt im Nachhinein noch nach hinten los geht.
Die Einmischung der Politik in diese Angelegenheit war von Anfang an falsch und reine Bauernfängerei.
Es ist ja alles ganz schlimm für die Mitarbeiter. Aber mal ehrlich, wünsch Dir was hat in dieser Gesellschaft keinen Platz.
Fressen und gefressen werden ist nun mal das Grundprinzip.
Wie 1990 im Osten ganze Regionen Platt gemacht wurden hat auch keiner gezuckt.
Die meisten Firmen im Osten wären zu retten gewesen, viele allerdings auch nicht. Was folgte war eine Marktbereinigung zugunsten der aufkaufenden Firmen.
Nun passiert im Grunde nochmal das gleiche, nur im Westen.
Nur das jetzt alles nach dem Staat ruft und es war ja, Gott sei Dank Wahlkampf.
Wem es nicht klar war, was mit Opel passiert, der glaubt noch an den Weihnachtsmann.
Frankreich verhinderte Alstomübernahme durch Siemens, machte aber hingegen den Deal zur Übernahme von Aventis (alleine Höchst ist größer als Sanofi) durch Sanofi möglich.
In Spanien verhinderten diverse nationale Interessengruppen die Endesaübernahme durch E.On und in UK werden oft anti-deutsche Töne laut, wie z.B. bei der geplanten Übernahme des Daily Telegraph durch Axel Springer.....
Aber nun bei Opel will man den Deutschen nationale Wirtschaftspolitik vorhalten?! Der Deal scheiterte auf Grund der EU, deren größter Nettozahler wir sind. Wie heisst es so schön, nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und die allerdümmsten zahlen auch noch dafür.
Bei all der Wut, die die zu entlassenden Mitarbeiter verspüren, aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird es unter GM nicht viel anders kommen als es unter Magna geschehen wäre. Standorte sollten objektiv auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden, und spätestens beim Thema Gemeinkosten dürfte klar werden, dass es vorzuziehen ist, ein Werk komplett zu schließen und dafür andernorts mehr Angestellte zu halten, als überall "ein bisschen" zu sparen.
Zum Thema Magna noch ein Wort: Was war denn Magna - eine Hülse, die keine nennenswerten Größenvorteile für den neuen Gesamtkonzern geboten hätte - und durch die Beteiligung der Russen innerhalb kürzester Zeit einen Wissenstransfer gen Osten zur Folge gehabt hätte, der nicht nur Opel sondern auch sämtliche Partner in mehr als bedenkliche Schieflage gebracht hätte.
Man muß kein Nobelpreisträger sein um zu erkennen, dass das wahre Kapital (sorry) nicht die Arbeiter, sondern das Wissen, die Pläne, Patente etc von Opel sind. - Das ist der Preis um den die Kontrahenten wirklich feilschen, denn bezogen auf die Marktstellung wäre Magna nie stark genug gewesen Opel wirkliche Skaleneffekte und damit nachhaltiges Wachstum und Sicherheit zu bieten.
Monatelange Stimmungsmache - im Sog der Wahl schön gepusht - hat leider die Realität aus den Augen verlieren lassen.
GM ist die beste "Wahl" - von Chance zu sprechen wäre wohl verfrüht.
Meiner Meinung nach war es schon ein großer Fehler, dass sich die Politik in die freie Marktwirtschaft eingemischt hat.
Da bei mir ein Autokauf in der nächsten Zeit Anstand, hab ich die Umweltprämie in Anspruch genommen. Was wiederum heißt das ich mir in den nächsten 6 bis 7 Jahren kein neues Fahrzeug mehr zulege. Ich denke mal das die Umweltprämie die Probleme der Autoindustrie nur verschoben hat. Nächstes Jahr spätestens in zwei Jahren steht das selbige Problem wieder an. Die Autoindustrie hat munter weiter produziert, dabei hat die Mittelschicht nicht mehr solch ein Einkommen das man sich alle 2 bis 3 Jahre ein neues Fahrzeug zulegen kann.
Wenn die Politiker nun wieder Gelder in die marode Autoindustrie investiert, ist jeder Euro doppelt raus geschmissen.
Erst werden, nicht vorhandene, Gelder locker gemacht. Und wenn es dann doch in die Hose geht, dann muss der Bund Arbeitslosengelder etc. zahlen.
Es ist natürlich traurig das es so extrem kommt. Hätten die Opel Manager die Zeichen der Zeit vorher erkannt, hätten Sie die Überkapazitäten angepasst abbauen können. Nun ist es zuspät und alle Opelaner müssen dran glauben.
Jetzt ist (mal wieder / immer noch) sicher, dass viele Opelaner ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Das ist traurig.
Aber nicht weil es Opelaner sind. Sondern weil es immer traurig ist, wenn irgendjemand seinen Arbeitsplatz verliert.
Es ist ungerecht. Aber nicht weil Politik und GM Fehler gemacht haben, den die bald arbeitslosen ausbaden. Sondern weil bei (Massen-)Entlassungen meistens die betroffenen unschuldig sind, während die schuldigen weiter fett kassieren.
Dennoch bricht mich dieses ständige sentimentale "Wir sind Opel", "man muss Opel retten", blasülz mächtig an. Täglich verlieren so viele Menschen ihren Job und kein Hahn kräht nach Ihnen. Im Osten Deutschlands wurden nach der Wende überlebensfähige Betriebe von der Treuhand kassiert und an westliche Unternehmen verschleudert die das KnowHow abzogen und die Betriebe abwickelten. Wer hat sich damals für die Menschen eingesetzt? Und warum soll es jetzt den Opelanern anders ergehen?
Niemand sollte sich Illusionen machen. Ganze Branchen werden bereinigt (die Autoindustrie ist gerade dran). Andere werden kommen. Das Berufsleben in der kuscheligen Familie Großkonzern wird selten. Man muss flexibel sein, diese schaurige Erkenntnis wird nun auch unsere westdeutschen Freunde heimsuchen.
Magna war von Anfang an ein Holzweg und gut, daß er jetzt zu Ende ist.
Opel und GM sollten sich auf die Stärken der Marken besinnen und mit den Arbeitnehmern zusammen ihre Hausarbeiten machen, aber ohne Hilfe des Steuerzahlers.
Deutschland könnte nämlich zur Not auch ohne Opel auskommen.
Wenn GM meint D verarschen zu müssen - enteignen!!
natürlich in Gegenrechnung zu den ausstehenden Zahlungen und nur die Entwicklungsabteilung - DAS wäre das Ende von GM ... was nicht weiter schlimm wäre...
Lange schon sah ich den Plan von GM, Zeit zu gewinnen, taktisch Frau Merkel zu helfen, die sonst vermutlich weinend bei der Wahl untergegangen wäre, aber jetzt in den überheblichen Plänen von GM noch einen Cent zu stecken, wäre jämmerlich dumm. VW oder Ford kann z.B die Produktion hochfahren, dafür sind zusätzliche Schichten erforderlich, die Mitarbeiter aus Bochum kämen dann zu den Standorten der anderen Hersteller. Nur der Wasserkopf von Opel würde überflüssig. Wer braucht OPEL wirklich? Es gibt so viele gute qualitative Autos, die auch ohne die Marke OPEL gekauft würden.
Wer die großen Bremer Werften sterben sah, der hat auch kein Problem mit einer sterbenden Automobilfirma, die keiner wirklich braucht.
Ich bin nicht über die Entscheidung von GM überrascht. Was will man von den Amerikanern erwarten, die schon die Finanzkrise über die Welt gebracht haben.
Was mich überrascht ist, dass GM zugetraut wird, Opel (in welcher Form auch immer) weiter zu führen. GM hat doch seit Mitte der 1990er Jahre keinen Gewinn mehr geschrieben und ist der am meisten verschuldete Autokonzern überhaupt!
Ein zu Gutenberg wurde von Steinmaier und Co. ausgebremst. Aber er hatte das System als einer der wenigen Politiker verstanden. GM hat Opel ausgesaugt und durch auch interne Hemmnisse (kein Verkauf der Opel Pkw in USA) noch zusätzlich blockiert. Jetzt muss eben der von den Amis geforderte freie Weg entscheiden, aber dann ohne Steuermittel. Opel ist dann erst kaputt, wenn es aus der Insolvenz keine Lösung gibt. Die cleveren Manager anderer Hersteller werden dann sicher tätig, wenn hier Entscheidungen anstehen (z.B. Werksverkäufe an DB oder VW). Wir werden uns noch wundern was hier noch alles passiert. Hoffentlich hilft es auch den Opelanern.
Opel - ich verstehe das alles nicht ganz - auch das "Magna-Konzept" hat einen Stellenabbau bis zu
10.000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Was ist so anders als im "GM-Konzept"? Und ich erinnere mich an einen Merkel-TV-Auftritt, wo sie verkündete,
Opel sein "nicht systemrelevant". Dieses Zitat sollte in jeder Sendung, die sich mit Opel beschäftigt, gesendet werden, zumindest solange, bis Frau Merkel oder ihr famoser Wirtschaftsminister uns erklären, was das bedeutet.
Als der Diel mit Magna perfekt schien, war die erste Nachricht: Die Getriebefertigung wird von Bochum nach Österreich verlegt. Die zweite Nachricht war: Das Werk in Petersburg wird modernisiert. Mit einem Teil der zugesagten 4,3 Mrd von den deutschen Steuerzahlern! Es melde sich mal derjenige, der ersthaft glaubt, in Deutschland würden dauerhaft Autos für den russischen Markt gebaut!
Der Staat soll sich aus dem Fall Opel raushalten. Steuergelder werden nur verbrannt ohne dem Autobauer auf Dauer zu helfen. Ein Autohersteller lebt wie jeder andere Fabrikant von dem, was er an Ware verkauft und nicht von Staatsbeihilfen welche der Steuerzahler bezahlen muss. Holzmann ist ein Beispiel, Quelle mit seinem 50 Millionen Kredit ebenso wie wahrscheinlich Karmann. Die meisten, welche heute am jammern sind, haben und werden keinen Opel kaufen. Wenn aber genügend Käufer fehlen, ist ein Weiterbestehen von Opel nicht zu rechtfertigen. Überkapazitäten kann man nur abbauen, das hilft anderen Herstellern ihre überlebenswichtigen Kunden zu erhalten und damit deren Überleben zu sichern.
GM hat offenbar eine sorgsam geplante und wohlüberlegte Strategie verfolgt. Die Resutrukturierungsmaßnahmen, die Magna bei einer Übernahme eingeleitet hätte, wären sicher nicht so einfach durchzusetzen gewesen, wären diese Gedanken von GM direkt gekommen. Nunmehr, nachdem diese Pläne im Wahlkampfgetöse politisch angenommen wurden um Wählerstimmen zu erlangen, ist ein Großteil der "Dreckarbeit" bereits politisch abgesegnet.
Kaum ein Politiker oder Gewerkschafter wird es sich nun wirklich leisten können, gegen Maßnahmen zu argumentieren, denen er bei einer Übernahme durch Magna bereits zugestimmt hat, nur weil die Umsetzung nun durch GM erfolgen soll. Da waren auf GM Seite ein paar sehr intelligente Köpfe am Werk!
Selbstverständlich ist es immer schwierig, wenn Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Das braucht man nicht schön zu reden. Aber, man sollte auch erkennen, dass 1) viele Menschen, die in kleinstrukturierten Unternehmen arbeiten ohne mediale, politische oder sonstige Unterstützung sehr rasch in der Arbeitslosigkeit landen und 2) im Falle staatlicher (also unser aller!) Gelder zur Rettung kaum oder überhaupt nicht lebensfähiger Unternehmen die Rechnung nicht beglichen, sondern nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Doch das traut sich von den Verantwortlichen niemand zu sagen - wichtig sind Wählerstimmen heute; was in vielen Jahren passiert interessiert heute nicht...
GM owns Opel.
Jimbo und Bernd haben es genau auf den Punkt gebracht...aber der Bernd hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
Die ganze Sache beobachte ich aus Osteuropa ?CZ? vielleicht mit anderen Augen und kann ich langsam meinem Augen nicht glauben. Magna hat doch angeblich max. 10% eigene Kapital für die Finanzierung der Akvizition Rest darf man dann aus Russland einfließen lassen und sicher gerne und umsonst ! ?Aber sicher, die Russen möchten nämlich den deutschen Arbeitnehmern helfen !? Sind die Opelaner wirklich so naiv ? US Regierung hat einfach GM durch massive Spritze gerettet (wenigsten bis jetzt), was man aber in EU nicht machen soll/darf. Wozu haben wir dann EU wenn wir nicht protektionistisch unsere Interesse durchsetzten dürfen? Andere machen es doch !
Meine Guete wo leben wir denn hier? Es geht ein Unternehmen pleite, na und?
Das passiert taeglich tausenden Arbeitnehmnern! Was ist das besondere an Opel, ausser das die sogenannten 'Opelaner' schon immer hofiert wurden - aus mir nicht erfindlichen Gruenden.
Sorry, aber Deutschland sollte nicht 4.5 Milliarden in einen solchen Haufen Elend pumpen, sondern mt dem Geld etwas anfangen was Zukunft hat.
Ich hoffe die Medien wuerden sich auch mal ein bisschen in Objettivitaet ueben. Was hat diese Schlagzeile denn hier eigentlich zu suchen. Seit Tagen und Wochen liest man hier nichts anderes. Gibt es wriklich nichts bedeutenderes? Wen interessiert das ausser die Opelaner?