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Die weltweite Kakaoproduktion wird der steigenden Nachfrage nicht mehr gerecht.
Die weltweite Kakaoproduktion wird der steigenden Nachfrage nicht mehr gerecht.(Foto: dpa)

Kakaoproduktion hinkt hinterher: Hersteller warnen vor Schokoladen-Knappheit

Seit Wochen warten Armeen von Schoko-Nikoläusen in den Regalen darauf, vernascht zu werden. Es ist jedoch ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören könnte. Zwei der weltgrößten Hersteller warnen nun vor einem Horrorszenario für alle Schoko-Liebhaber.

In wenigen Wochen steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Abermillionen Schoko-Nikoläuse warten bereits in den Regalen - es scheint, als stünde einer Zeit des frohen Naschens nichts im Wege. Doch kurz vor dem Beginn der Vorweihnachtszeit ist es ausgerechnet die Schokoladenindustrie, die wohl nicht wenige Schoko-Liebhaber mit einer Neuigkeit bestürzen dürfte.

Laut einem Bericht der "Washington Post" schlagen zwei der weltgrößten Schokoladenhersteller, Mars und Barry Callebaut, Alarm: Die weltweiten Schokoladenvorräte neigen sich dem Ende, weil einfach zu viel Schokolade gegessen wird. Schon jetzt übersteigt der weltweite Schokoladenkonsum die Produktion der Kakaobauern.

Wie aus einer Statistik der Internationalen Kakao-Organisation (ICCO) hervorgeht, waren es im Jahr 2013 etwa 70.000 Tonnen mehr verzehrte Schokolade, als Kakao produziert wurde. Wenn der Schokoladenkonsum nicht gezügelt wird, könnte diese Zahl bereits im Jahr 2020 auf eine Million Tonnen anwachsen, so die Befürchtung der Schokoladenproduzenten. 2030 könnte sie sogar zwei Millionen Tonnen betragen. Infolge des steigenden Defizits steigt der Schokoladenpreis kontinuierlich an - seit 2012 um 60 Prozent.

Chinesen sind auf den Geschmack gekommen

Einen Grund für die Misere sehen Experten im zunehmenden Appetit der Chinesen. Im Reich der Mitte entdecken Jahr für Jahr immer mehr Menschen die Vorzüge von Schokolade. Darüber hinaus steigt weltweit die Nachfrage nach dunkler Schokolade. Das Problem: Diese enthält mindestens 70 Prozent Kakao, während der Anteil bei Vollmilchschokolade nur bei 10 Prozent liegt.

Doch nicht nur die unbändige Lust auf Schokoladenprodukte stellt die Industrie vor Probleme. Regelmäßige Trockenzeiten beeinträchtigen die Ernte in West-Afrika, wo mehr als 70 Prozent des weltweiten Kakaos angebaut werden. Zudem greift die Pilzkrankheit Moniliophthora roreri die Pflanzen empfindlich an. Der ICCO zufolge sind ihr bereits etwa 30 bis 40 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion zum Opfer gefallen. Mittlerweile entscheiden sich viele Kakaobauern dazu, in den profitableren Maisanbau zu wechseln.

Um dem Szenario einer akuten Schokoladenknappheit entgegenzuwirken, forscht eine Gruppe in Zentralafrika an neuen Kakaopflanzen. Diese sollen sieben Mal mehr Ertrag bringen als herkömmliche Bäume, jedoch weniger Geschmack haben. Ob das Schokoladenliebhabern gefällt, ist jedoch fraglich.

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Quelle: n-tv.de

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