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Wird Alstom zerschlagen?: Hitachi unterstützt Siemens-Offerte

Beim Bietergefecht um den französischen Industriekonzern Alstom steht Siemens ein weiteres japanisches Unternehmen zur Seite: Neben Mitsubishi Heavy Industries ist auch die Hitachi-Gruppe an dem Angebot beteiligt.


Ein weiteres Unternehmen hat sich in das Bieterrennen um den französischen Alstom-Konzern eingeschaltet: Die japanische Hitachi gesellt sich nun ebenfalls zu Siemens, nachdem sich die Münchener bereits mit Mitsubishi Heavy gegen den US-Rivalen GE verbündet hatten. Hitachi führe Gespräche, um sich dem gemeinsamen Vorhaben anzuschließen, teilte das Unternehmen mit. Mitsubishi und Hitachi betreiben seit Februar die Gemeinschaftsfirma MHPS, die konventionelle Kraftwerkstechnik herstellt. MHPS gehört zu 65 Prozent Mitsubishi, den Rest hält Hitachi. Siemens wollte zunächst keine Stellung zu den Plänen nehmen.

Der Vorstoß dürfte allerdings die Erfolgschancen für Siemens und Mitsubishi gegen das gut zwölf Milliarden Euro schwere Angebot des US-Rivalen GE nicht unbedingt erhöhen. In Frankreich gibt es Befürchtungen, dass ein Konsortium aus mehreren Käufern zur Zerschlagung von Alstom führen könnte. Im Hintergrund lauert außerdem ein weiteres japanisches Unternehmen. Toshiba hatte bereits Interesse an jenen Teilen von Alstom interessiert, auf die Siemens verzichten würde.

Siemens und Mitsubishi wollen bis zum 16. Juni entscheiden, ob ein Angebot an den Verwaltungsrat von Alstom abgegeben wird. Die Offerte von General Electric (GE) läuft noch bis 23. Juni. Im Laufe des Donnerstags will die französische Regierung über die Lage von Alstom beraten.

Entscheidung naht

Unter Experten herrschen weiterhin Zweifel, ob Siemens-Chef Joe Kaeser den Bieterkampf um Alstom mit letzter Konsequenz zum Erfolg führen will. Der Zeitrahmen ist knapp bemessen. Am Sonntag tagt bereits der Siemens-Aufsichtsrat. Ob sich Siemens letztendlich zu einem Gebot durchringt, ist weiter offen. In der Münchener Konzernzentrale gibt es viele Bedenken. Dort herrscht die Angst, eine Alstom-Übernahme könne das Management überlasten, eine Integration würde das Unternehmen über Jahre beschäftigen. Auch Kaeser selbst hatte sich zurückhaltend geäußert. Zudem haben sich Investoren gegen eine Offerte ausgesprochen.

Mitsubishi drängt in letzter Zeit stärker nach Europa. Der Mischkonzern verbündete sich mit dem dänischen Windradbauer Vestas. Mit Siemens machte das japanische Traditionsunternehmen erst vor wenigen Wochen Geschäfte. Die Münchner überließen Mitsubishi mehrheitlich ihre Sparte für Stahlwerksausrüstung.

Quelle: n-tv.de

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