Wirtschaft

Löhne von Zeitarbeitern angleichen: Hundt fordert Moral

Ein Defizite bei "Moral und Anstand" hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt beim Thema Entlohnung von Zeitarbeitern diagnostiziert. Und fordert, die Tarifverträge konsequent flächendeckend anzuwenden.

Hundt plädiert für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen den Sozialpartnern.
Hundt plädiert für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen den Sozialpartnern.(Foto: dpa)

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die deutschen Unternehmen aufgefordert, die Löhne von Zeitarbeitern wie vereinbart anzugleichen. Es gebe bei diesem Thema Defizite bei "Moral und Anstand" in Unternehmen, kritisierte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände  (BDA) in der "Welt am Sonntag". Einige hätten die Zeitarbeit dazu genutzt, um Kosten zu senken. "Dadurch wurde die Zeitarbeit - wie das Beispiel Schlecker zeigt - in die Schmuddelecke gedrängt, aus der wir sie herausholen wollten."

Hundt unterstrich: "Inzwischen haben wir tarifvertragliche Regelungen mit Zuschlägen, um die Löhne und Gehälter stufenweise anzugleichen. Ich trete dafür ein, dass wir diese Tarifverträge konsequent flächendeckend anwenden." In den vergangenen Wochen hatten die Gewerkschaften beklagt, dass die neuen Tarifverträge umgangen würden.

Hundt plädierte für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen den Sozialpartnern. "Es ist das Geheimnis unserer deutschen Tarifautonomie, dass es eine ausgeglichene Gewinner-Verlierer-Entwicklung gibt", sagte er. "Wir haben beispielsweise in den 90er-Jahren die 35-Stunden-Woche eingeführt. Das war der größte Fehler in der Tarifpolitik." In den Jahren danach habe man im Gegenzug die Flexibilisierung der Arbeitszeit vorangetrieben und damit den Fehler kompensiert. "Wenn es dauerhaft einen Verlierer gibt, ist die Tarifautonomie kaputt."

Quelle: n-tv.de

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