Wirtschaft
Panierte Hühnerteilchen am laufenden Band: In diesem Husi-Werk in Shanghai soll es zu gesundheitsgefährdenden Missständen gekommen sein.
Panierte Hühnerteilchen am laufenden Band: In diesem Husi-Werk in Shanghai soll es zu gesundheitsgefährdenden Missständen gekommen sein.(Foto: REUTERS)

Gammelfleisch schreckt Chinesen auf: Husi-Skandal weitet sich aus

Der Fleischaffäre in China erfasst weitere Fast-Food-Ketten: Nach den Berichten über ekelerregende Missstände bei dem Zulieferer Husi Food rollen Schockwellen quer durch die Branche. Sogar Ikea geht sicherheitshalber auf Distanz.

Fast-Food-Ketten unter Generalverdacht: Beamte der Lebensmittelaufsicht nehmen in China die Lieferbeziehungen großer Schnellrestaurants unter die Lupe.
Fast-Food-Ketten unter Generalverdacht: Beamte der Lebensmittelaufsicht nehmen in China die Lieferbeziehungen großer Schnellrestaurants unter die Lupe.(Foto: imago/China Foto Press)

Der Skandal um Gammelfleisch in China ist weitaus größer als bislang angenommen: Nach McDonald's, Kentucky Fried Chicken (KFC) und Pizza Hut erklärten nun auch Starbucks, Burger King, der Pizzabäcker Papa John's und Chinas drittgrößte Fastfood-Kette Dicos, sie würden das Fleisch des Lieferanten Husi Food nicht mehr verwenden.

Der Zulieferer aus Shanghai soll einem Fernsehbericht zufolge Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum umetikettiert und verkauft haben. Auch in Japan habe McDonald's Produkte von Husi verkauft, wie die Burger-Kette mitteilte. Der Verkauf des Produkts "Chicken McNuggets" sei vorerst gestoppt worden. Das Hähnchenfleisch werde nun aus Thailand und von anderen Zulieferern in China bezogen.

Nicht nur bei McDonald's

Die chinesischen Behörden weiteten ihre Untersuchungen in dem Fall aus. Nach dem Fernsehbericht, der Mitarbeiter von Husi zeigte, wie sie abgelaufenes Fleisch verarbeiteten und Stücke vom Boden aufhoben und untermengten, schlossen die Behörden Husi Foods. Die Firma ist eine Tochter des US-Zulieferers OSI Group.

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Die chinesische Lebensmittelaufsicht ordnete Stichproben-Überprüfungen von Fleisch-Lieferungen bei allen Kunden von Husi an. Zudem sollen alle Betriebe von OSI in China inspiziert und die Unbedenklichkeit der Lebensmittel überprüft werden.

Bislang liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, dass Produkte von Husi Food nach Europa geliefert wurden. Viele international tätige Firmen bemühen sich dennoch, verunsicherte Kunden zu beruhigen.

Domino's und Subway dementieren

So teilte zum Beispiel der schwedische Möbelhauskonzern Ikea mit, dass es für seine Restaurants in China zwar früher Fleisch von Husi bezogen habe. Seit September des vergangenen Jahres sei Ikea aber nicht mehr von der Firma beliefert worden. Domino's Pizza und die Sandwich-Kette Subway dementierten Berichte, sie gehörten zu den Kunden von Husi. Beide erklärten, dass sie keine Produkte der Firma verarbeiteten.

Der Fall Husi reiht sich ein in eine Serie ähnlich gelagerter Vorfälle: Die Volksrepublik wurde bereits von mehreren anderen großen Lebensmittelskandalen erschüttert. So wurden Industrie-Chemikalien in Baby-Milch gefunden. Sechs Kinder kamen nach dem Verzehr der verseuchten Milch ums Leben. Anfang des Jahres kam heraus, dass bei Wal-Mart Eselfleisch-Produkte auch Fuchsfleisch enthielt.

Die Skandale wirken sich mittlerweile auch auf das Konsumverhalten der Verbraucher aus: Viele Chinesen kaufen lieber ausländische Produkte, weil sie sich hier höhere Lebensmittelstandards versprechen.

Quelle: n-tv.de

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