Wirtschaft
"Präventiv": Hyundai-Gruppe beschafft sich frisches Kapital durch Verkäufe. Das Geld wird benötigt, weil die Schifffahrtsbranche nach wie vor weltweit in der Krise steckt.
"Präventiv": Hyundai-Gruppe beschafft sich frisches Kapital durch Verkäufe. Das Geld wird benötigt, weil die Schifffahrtsbranche nach wie vor weltweit in der Krise steckt.(Foto: REUTERS)

Weltweite Krise in der Schifffahrtsbranche: Hyundai-Gruppe plant Milliardenverkäufe

Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten, gestiegener Treibstoffkosten und des mauen Welthandels seit gut fünf Jahren in der Krise. Das trifft nicht nur Banken wie die HSH oder NordLB, sondern auch internationale Großkonzerne. Einer davon reagiert jetzt.

Die Schifffahrtskrise trifft den koreanischen Mischkonzern Hyundai hart und zwingt ihn zu milliardenschweren Geschäftsverkäufen. Umgerechnet 2,3 Milliarden Euro (3,3 Billionen Won) sollen die Veräußerung der drei Finanztöchter und andere Schritte in die Kassen spülen, teilte das Management mit. Damit will die Gruppe Vertrauen unter Investoren zurückgewinnen, die wegen der hohen Schulden von Hyundai-Töchtern beunruhigt sind. "Wir haben uns zu diesen präventiven und freiwilligen Maßnahmen entschlossen, um Befürchtungen am Markt zu dämpfen, obwohl wir genügend Barmittel für das erste Halbjahr 2014 haben werden", erklärte die Konzernführung.

Zum Verkauf steht demnach unter anderem der Ableger Hyundai Securities. Das Konglomerat soll sich damit künftig auf weniger Geschäftsbereiche konzentrieren. Dazu gehören die Logistik-Tochter, das Aufzugsgeschäft und die wichtige Reederei-Sparte. Sie schreibt wegen der Branchenkrise seit Jahren Verluste und musste von anderen Konzerntöchtern gestützt werden.

Krise dauert an

Das schlechte Marktumfeld in Schifffahrt und Bau bekommen auch die Kreditgeber wie die Korea Development Bank zu spüren, deren Bilanzen dadurch belastet werden. Der Autohersteller Hyundai Motor gehört nicht mehr zur Hyundai Group.

Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten, gestiegener Treibstoffkosten und des mauen Welthandels seit gut fünf Jahren in der Krise. Davon werden auch deutsche Schiffsbanken wie HSH Nordbank, NordLB und Commerzbank in Mitleidenschaft gezogen.

Bei den Reedern machen dagegen Spekulationen über mögliche Zusammenschlüsse die Runde. So etwa beim deutschen Branchenprimus Hapag-Lloyd. Hier strecken sich die Fühler Richtung Südamerika.

Quelle: n-tv.de

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