Mittwoch, 23. Juni 2010
92 Mio. Barrel bis 2015: IEA berechnet Ölnachfrage
Die Internationale Energieagentur passt ihre Schätzungen regelmäßig den Wachstumsprognosen an. Im Vergleich zu vorhergegangenen Schätzungen wird die globale Nachfrage bis 2015 noch einmal 130.000 Barrel pro Tag höher liegen.Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet bis 2015 mit einem jährlichen Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1,4 Prozent. Wie die in Paris ansässige Agentur im Rahmen ihres Mittelfrist-Berichts mitteilte, erwartet sie, auf Basis der Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF), einen Anstieg der Nachfrage auf 91,9 Mio. Barrel/Tag (bpd) von 84,8 Mio. bpd 2009.
Im Vergleich zur im Dezember veröffentlichten mittelfristigen Prognose bedeutet die neue Schätzung der IEA für 2014 einen Anstieg der täglichen Nachfrage um 130.000 Barrel. Basierend auf einem Alternativszenario mit einer geringeren Wachstumsannahme steigt die Nachfrage nach Mineralölerzeugnissen laut IEA bis 2015 nur um durchschnittlich 1,0 Prozent pro Jahr auf 89,8 Mio. bpd.
Jahresprognose bestätigt
Für das laufende Jahr rechnet die IEA unverändert mit einer Ölnachfrage von 86,4 Mio. bpd. Das bedeutet einen Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber des Wachstums seien einmal mehr die Schwellenländer. Ihnen sagt die Agentur für die Zeit von 2009 bis 2015 eine jährlich um 3,5 Prozent steigende Nachfrage voraus. Dagegen sinkt sie in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im selben Zeitraum voraussichtlich um jährlich 0,7 Prozent. 2015 werde auf die Schwellenländer die Hälfte der Ölnachfrage entfallen, prognostizierte die IEA weiter.
Die Schätzung für das weltweite tägliche Ölangebot hat die IEA für den Prognosezeitraum im Schnitt um 300.000 Barrel angehoben, so dass 2015 96,5 Mio. bpd angeboten werden, verglichen mit 91 Mio. bpd 2009. Während die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) auf dem Weg seien, ihre Förderkapazitäten um netto 1,9 Mio. bpd auf 36,8 Mio. bpd zu erhöhen, werde das Angebot der Nicht-OPEC-Länder auf 52,5 Mio. von 51,5 Mio. bpd steigen. Das Wachstum komme vor allem aus Lateinamerika, den kanadischen Ölsanden sowie Biokraftstoffen und dem kaspischen Meer.
Geopolitische Risiken
Allerdings verwies die IEA auch auf zahlreiche Risiken für das Ölangebot. Zum einen bestehe für einige der größten OPEC-Länder die Gefahr geopolitischer Störungen. Zum anderen könnte sich wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Erschließung weiterer Tiefseeprojekte verzögern. Zudem würden die Bemühungen um Sicherheits- und Umweltstandards verständlicherweise verstärkt. Dies könne das tägliche Angebot 2015 um 300.000 bis 800.000 Barrel mindern.
DJ
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
"Keinen Cent für unsere Beerdigung"
Opel lässt Bochum zappeln
-
Exporteure gewinnen
Dax steigt deutlich
-
Griechenland bestimmt weiter
Euro kämpft um 1,28 Dollar
-
Uwe Zimmer
Lieber schwarz als Bund
-
Hollande pocht auf Eurobonds
Europa trommelt gegen Merkel
-
Abwärtstrend gestoppt
Ölpreise klettern wieder
-
Pekings Hunger auf Hollywood
China kauft US-Kinokette
-
Ausblick enttäuscht
Ryanair am Boden
-
Verbockter Facebook-Börsengang
Nasdaq-Chef entschuldigt sich
-
Kabel, Kunden, Kartellamt
KDG will Tele Columbus
-
Depot-Contest 2012
Wer ist der beste Vermögensverwalter?
-
Nach G8-Gipfel
Asiens Börsen legen zu

