Wirtschaft
IWF-Chefin Lagarde warnt vor den Auswirkungen einer unkonventionellen Geldpolitik.
IWF-Chefin Lagarde warnt vor den Auswirkungen einer unkonventionellen Geldpolitik.(Foto: picture alliance / dpa)

"Keine einmalige Periode": IWF: Starker Dollar ist eine Gefahr

Seit Monaten zeigt sich der Dollar äußerst robust. Und das hat Folgen für die weltwirtschaftliche Entwicklung. Der IWF warnt nun vor Risiken für aufstrebende Schwellenländer. Auch die Staatsanleihen-Käufe der Notenbanken haben nicht nur positive Effekte.

Die Dollarstärke bringt etliche Länder unter Druck. Betroffen seien jene, die an die Entwicklung der US-Währung gekoppelt sind, sagte die Cheifn des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Doch auch solche, die einen Großteil ihres Handels in Fremdwährungen abwickeln, litten unter dem starken Greenback. Darüber hinaus könnte auch die absehbare Normalisierung der US-Geldpolitik Probleme schaffen. Angesichts eines langsam beginnenden US-Zinsanstieg drohten größerer Schwankungen an den Finanzmärkten und bei den Kapitalbewegungen.

Die unkonventionelle Geldpolitik verbunden mit großzügigen Staatsanleihen-Käufen der Notenbanken, wie sie in den USA und im Euro-Raum betrieben wird, habe positive wie negative Auswirkungen für den Rest der Welt, erklärt Lagarde. Diese Politik habe zwar geholfen, in der Finanzkrise seit 2007 eine Kernschmelze zu verhindern. Das sei gut für die Weltwirtschaft gewesen. Dies habe aber auch zum Aufbau von Risiken gerade in den aufstrebenden Ländern wie Indien geführt.

Wegen der Niedrigzinspolitik seien zwischen 2009 und 2012 viereinhalb Billionen Dollar an Kapital in die Schwellenländer geflossen. Dort hätten sie die Aktien- und Anleihenkurse und die nationalen Währungen hoch getrieben, was Exportprobleme mit sich brachte. "Die Gefahr ist, dass in dieser Zeit Verwundbarkeiten der sehr konjunkturstützenden Geldpolitik aufgebaut wurden, die dann urplötzlich, wenn die geldpolitische Richtung geändert wird, zu substanziellen Markt-Schwankungen führen können", warnt die IWF-Chefin.

Die Zeit zwischen Mai und Juni 2013, als die Aussicht auf ein langsames Abklingen der expansiven US-Geldpolitik zu heftigen Kapitalabflüssen aus Schwellenländern führte, seien nur ein Beispiel dafür. "Ich fürchte, das wird keine einmalige Periode gewesen sein", sagte Lagarde. Wichtig sei die Zeitwahl für die Zinswende und die Geschwindigkeit der Zinsschritte. Es könne unter dem Einfluss dieser Faktoren zu Überraschungsreaktionen an den Märkten kommen.

Quelle: n-tv.de

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