Wirtschaft
IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die USA-Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs.
IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die USA-Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs.(Foto: REUTERS)

Konjunktur kommt in die Gänge: IWF: US-Wirtschaft zieht 2014 spürbar an

Der Internationale Währungsfonds erwartet im kommenden Jahr ein Anziehen der US-Wirtschaft. Allerdings bleiben die Risiken weiter hoch. Noch immer sei die Wirtschaft weit von normalen Bedingungen entfernt. Gefahr drohe aus der Sparpolitik - und aus Europa. Von der Eurozone malten die Experten ein eher trübes Bild.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in den USA 2014 einen spürbaren konjunkturellen Aufschwung. "Das Wachstum dürfte erwartungsgemäß 2013 langsam bleiben, bevor es 2014 beschleunigt", heißt es im Jahresbericht zur Lage in den USA. Dieses Jahr dürfte die weltgrößte Volkswirtschaft um 1,7 Prozent wachsen, im nächsten Jahr um 2,7 Prozent, teilte der IWF mit. Eine Gefahr für den Aufschwung sei aber nach wie vor die Eurokrise. Die US-Notenbank soll bei ihrer Zinspolitik Vorsicht walten lassen.

"Doch die Wirtschaft ist weit von ihren normalen Bedingungen entfernt", warnt der IWF etwa mit Blick auf den nach wie vor schwachen Jobmarkt in den USA. Die Arbeitslosenquote werde in diesem Jahr auf 7,6 Prozent verharren, im kommenden Jahr nur leicht auf 7,3 Prozent fallen.

US-Sparkurs birgt Gefahren

Mit Blick auf Europa heißt es: "Eine Verschlechterung der Schuldenkrise in der Eurozone würde auf dem US-Wachstum lasten." Betroffen wäre der Handel, der Dollar könnte dann wieder steigen und die Wettbewerbsfähigkeit der USA mindern.

Die Zentralbank müsse bei ihren Plänen, die Politik des billigen Geldes herunterzufahren, Augenmaß beweisen, warnt der IWF weiter. "Der Aufschwung könnte auch von einem schneller als erwartet ausfallenden Anstieg der Zinssätze verletzt werden - was ebenfalls Risiken für das globale Wachstum bedeutet."

Eine weitere Gefahr sieht der IWF in allzu großen staatlichen Einsparungen. "Die fiskalische Konsolidierung sollte ausgeglichener und gradueller sein." Vor allem die im Frühjahr in Gang gesetzten automatischen Einsparungen (Sequester) könnten durch ihre wahllosen Einschnitte bei Investitionen in die Infrastruktur und die Erziehung längerfristige Folgen haben.

Arbeitslosigkeit könnte Wachstumspotenzial beschädigen

Zuvor hatte der IWF ungeachtet einzelner positiver Anzeichen ein trübes Bild der Euro-Zone und ihrer Wachstumsaussichten gezeichnet. Für den Fall, dass sich die Bedingungen noch einmal substanziell verschlechterten, seien zusätzliche geldpolitische Stützungen für die Konjunktur in Form von Leitzinssenkungen und weiteren unkonventionellen Maßnahmen nötig, hieß es.

Die wirtschaftliche Erholung in der Region sei diffus und die Gefahr einer Stagnation gewachsen. Auch von deflationären Tendenzen war die Rede. Die hohe Arbeits- und Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern drohe das dauerhafte Wachstumspotenzial zu beschädigen.

Die Euro-Zone wird nach IWF-Berechnungen in diesem Jahr mit einem Minus von 0,6 Prozent bei der Wirtschaftsleistung weiter in der Rezession bleiben, dann aber im nächsten Jahr mit 0,9 Prozent und ein Jahr später mit 1,3 Prozent wieder zulegen.

Risiko sozialer Spannungen gestiegen

Dennoch warnte der IWF, angesichts vielfältiger Negativentwicklungen und angesichts immer geringer werdender politischer Handlungsspielräume sowie eines nach wie vor fragmentierten Banken-Sektors hätten die Risiken einer Stagnation, verbunden mit sozialen und politischen Spannungen und mit Übersprungeffekten auf die Weltwirtschaft, zugenommen.

Daher sei es nun am wichtigsten, das Wachstum wiederzubeleben und neue Jobs zu schaffen, resümiert der IWF. Dazu bedürfe es insbesondere der Reparatur der Banken-Bilanzen, damit das Kreditgeschäft wieder in Gang komme. Zudem müssten die Euro-Länder rasch Fortschritte auf dem Weg zu einer umfassenden Bankenunion machen. Die Euro-Zone gilt derzeit als der gewichtigste Bremsklotz der Weltwirtschaft.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen