Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Drastischer Agenturbericht: IWF senkt wohl US-Prognose

In drei Wochen veröffentlicht der Internationale Währungsfonds seinen Weltwirtschaftsausblick. Doch bereits jetzt sickern alarmierende Details durch. So soll etwa die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft drastisch niedriger ausfallen als bisher prognostiziert. Und auch der Ausblick für die Weltwirtschaft kommt pessimistischer daher.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die USA in diesem und im nächsten Jahr einem Agenturbericht zufolge drastisch gesenkt. Der Fonds traut der größten Volkswirtschaft der Welt 2011 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent zu, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Bisher lag die Prognose bei 2,5 Prozent. Für 2012 kappte der IWF demnach seine Schätzung etwa um ein Viertel auf 2,0 Prozent. Die US-Notenbank sollte bereitstehen für neue unkonventionelle Maßnahmen der Geldpolitik, um die Wirtschaft zu stützen, berichtete Ansa unter Berufung auf einen Entwurf des Weltwirtschaftsausblicks, den der IWF in rund drei Wochen veröffentlicht.

Der IWF hatte erst Mitte Juni seine Prognosen für die USA und die Weltwirtschaft gesenkt. Laut Agenturbericht sagt der Fonds für die globale Wirtschaft 2011 nun ein Wachstum von 4,2 (bisher 4,3) Prozent und 2012 von 4,3 (4,5) Prozent voraus. IWF-Vize-Chef John Lipsky hatte am Freitag betont, trotz gestiegener Risiken drohe keine globale Rezession. IWF-Chefin Christine Lagarde forderte Staats- und Regierungschefs zum sofortigen Handel auf. "Wir laufen Gefahr, dass die fragile Erholung zum Erliegen kommt. Deshalb müssen wir jetzt agieren", hatte Lagarde am Samstag auf einer Notenbank-Konferenz in Jackson Hole gesagt.

Bericht: IWF kappt Prognose

Auch für die Euro-Zone und zahlreiche seiner hoch verschuldeten Mitgliedsländer senkte der IWF den Angaben zufolge seine Wachstumsprognosen. Für die Euro-Zone schraubte der IWF seine Erwartungen für 2011 leicht auf 1,9 Prozent zurück, für 2011 stärker auf 1,4 Prozent. Die Erholung in Frankreich, Italien und Spanien dürfte im laufenden Jahr schwächer ausfallen als bislang gedacht und im nächsten Jahr weiter an Fahrt verlieren, hieß es.

Für die deutsche Wirtschaft rechnet der Fonds 2011 weiter mit einem Anziehen der Konjunktur um 3,2 Prozent. Für 2012 senkte der Fonds seine Wachstumsprognose aber auf 1,6 von 2,0 Prozent. Auch andere Experten und Banken hatten wegen der schwindenden globalen Nachfrage ihre Erwartungen für das kommende Jahr gedämpft.

Sollten die Abwärtsrisiken im Euro-Raum fortdauern, sehe der Fonds bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wegen geringerer Inflationsgefahren Spielraum, die Geldpolitik zu lockern, berichtete Ansa. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bekräftigte, die EZB tue das Nötige, um stabile Preise zu gewährleisten. Die Währungshüter seien aber sehr vorsichtig, ihren Verantwortungsbereich nicht zu überschreiten, sagte Trichet vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Anders als die US-Notenbank Fed ist die EZB laut Mandat vor allem der Preisstabilität verpflichtet und nicht der Vollbeschäftigung.

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Quelle: n-tv.de

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